Abschiebung mit schweren Folgen: Neue Misshandlungsvorwürfe gegen Wega-Beamte

Nigerianer berichtet von Verletzungen beim Transport Gegen Abschiebung gewehrt - Ermittlungen im Laufen

Neue Misshandlungsvorwürfe gegen drei Beamte der Wiener Spezialeinheit Wega: Ein 21-jähriger Nigerianer wirft den Polizisten vor, ihn bei seiner Abschiebung per Flugzeug verletzt zu haben, wie sein Anwalt Nikolaus Rast der APA mitteilte. Das Büro für Interne Ermittlungen im Innenministerium bestätigte die Vorwürfe. Die Untersuchungen seien noch im Gange.

Der 21-Jährige, der im Jahr 2003 wegen Suchtgifthandels in Österreich rechtskräftig verurteilt worden ist, hätte auf Grund eines rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahrens am 31. Juli über Frankfurt in seine Heimat abgeschoben werden sollen. Beim Umsteigen auf dem deutschen Flughafen habe er sich geweigert und dagegen gewehrt, in den Anschlussflieger zu steigen, so der stv. BIA-Leiter Patrick Kutschi.

Dabei hätten die Beamten versucht, ihn unter "Anwendung einsatzbezogener Körperkraft" zum Einsteigen zu bewegen. Im Zuge der Auseinandersetzung zog sich der Schubhäftling laut BIA einen Schnitt am Zeigefinger zu. Die Abschiebung wurde abgebrochen, und der 21- Jährige hätte mit einem deutschen Polizeifahrzeug nach Österreich zurücktransportiert werden sollte. Dabei kam es allerdings wieder zu einer Rangelei, im Zuge derer ein deutscher Polizist Blessuren davontrug. Der 21-Jährige erhebt wiederum selbst Vorwürfe, verletzt worden zu sein.

Letztendlich wurde der Nigerianer mit einem deutschen Polizeifahrzeug nach Passau gebracht, von wo aus ihn die österreichischen Behörden zur Polizeiinspektion Schärding brachten. Dort sei er wiederum misshandelt worden, gibt der Nigerianer an. Die Polizei spricht allerdings davon, dass er in der Zelle randaliert habe. Laut BIA habe der Tatverdacht gegen die Beamten "nicht konkret erhärtet werden können".

Rast forderte, dass sein Klient bis zur Klärung des Verfahrens nicht abgeschoben werden dürfe. Dies sei ihm vom Innenministerium zugesagt worden. Er berichtete von einem dicken Verband am Knie und Schürfwunden im Gesicht.

(apa/red)