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Abgeschobene Familie darf zurück

Viktoria (17): "Wir haben Freudentränen geweint und konnten es gar nicht glauben"

Erfolg in Asylfall: Eine Familie ist nach einer Abschiebung wieder vereint. © Bild: Michael Appelt/NEWS

Es ist eine echte Erfolgsgeschichte – zu der NEWS einen Beitrag leisten konnte. Im April berichteten wir erstmals über die 17-jährige Viktoria: Die Eltern und die kleine Schwester des Mädchens mit russisch-tschetschenischen Wurzeln waren wenige Wochen zuvor nach Russland abgeschoben worden. Die Familie war seit 2008 in Österreich. Obwohl ihr Vater früher tschetschenische Widerstandskämpfer unterstützt hatte, und die dortige autoritäre Führung bekanntermaßen nicht zimperlich ist, wurde ihm jedoch kein Asyl gewährt.

Viktoria selbst entging der Abschiebung und tauchte aus Angst unter. Noch dazu war sie seit einigen Monaten schwanger. Die letzte Hoffnung der 17-Jährigen und ihrer abgeschobenen Familie: ein bereits eingebrachter Antrag auf humanitäres Bleiberecht bei der Stadt Wien.

Der Wunsch Viktorias und ihrer österreichischen Unterstützer, bei dessen Erfüllung NEWS helfen sollte, war ein Gespräch mit den politisch Verantwortlichen im Wiener Rathaus, um die konkrete Situation der Familie darstellen zu können. Die Eltern hatten in ihren Jahren in Österreich Deutschkurse absolviert. Sie hatten aufrechte Job-Angebote und konnten zahlreiche Bestätigungen vorlegen, die ihren Arbeits- und Integrationswillen beweisen. Viktoria selbst verfügt über einen Hauptschulabschluss. Ihre kleine Schwester besuchte bis zur Abschiebung die Volksschule und gilt als gute Schülerin.

Rückkehr vor wenigen Tagen.

Das alles – und weitere Argumente – konnte ein Rechtsvertreter der Familie im Gespräch mit SPÖ-Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger vorbringen, die sich persönlich Zeit genommen hatte. Seitens der Stadt wurde zugesagt, dass die Voraussetzungen für einen humanitären Aufenthalt für Viktorias Familie genau geprüft würden. Und tatsächlich sollte sich die schicksalhafte Geschichte zum Positiven wenden. NEWS hat sich vor wenigen Tagen wieder mit Viktoria getroffen – und zwar nicht an einem geheimen Ort wie vor einem halben Jahr, sondern direkt in der Stadt. Mitgebracht hat sie nicht nur ihre drei Monate alte Tochter, sondern auch ihre Eltern und ihre Schwester. Diese durften nämlich vor wenigen Tagen wieder zurück nach Österreich.

„Wir haben Freudentränen geweint und konnten es zunächst gar nicht glauben“, erzählt Viktorias Mutter. Groß ist auch die Freude bei Viktorias Schwester, die bereits wieder in ihre alte Schule geht: „Am ersten Tag hat es ein Fest gegeben“, erzählt sie mit leuchtenden Augen.

Unermüdliche Helfer.

Dass sie wieder in Österreich sein kann, hat die Familie nicht nur der Beharrlichkeit ihres Rechtsvertreters zu verdanken, sondern auch dem unermüdlichen Einsatz zweier äußerst engagierter Lehrer: Regina Erdinger und Richard Klemenschitz unterstützen die Familie auch weiterhin. Derzeit ist man auf der Suche nach einer leistbaren Wohnung im Westen Wiens, wo auch die Schule der jüngeren Tochter liegt. NEWS bleibt dran!

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