Leben von

Die größten Diät-Lügen

Atkins bis Zitronenkur: Warum Sie den Methoden nicht vorbehaltlos vertrauen sollten

Frau mit zugeklbtem Mund und Plundergebäck in der Hand © Bild: Thinkstock

Was wäre ein Sommer ohne Bikinifigur? So stürzen sich Frau wie Mann mit steigenden Temperaturen jahrein, jahraus in den Diätendschungel. Mit großer Hoffnung, versprechen die einzelnen Methoden doch meist das Blaue vom Himmel. Das Blaue kommt dann auch, allerdings eher in Form des Wunders, wenn der erhoffte Erfolg nicht lange währt oder gar ausbleibt. Um Ihnen unnötigen Frust und Hunger zu ersparen, räumen wir am internationalen Anti-Diät-Tag mit den größten Diätlügen auf.

THEMEN:

1. Atkins und Dukan

Am Anfang war die Diät von Atkins. Und nachdem dieser angeblich deutlich übergewichtig das Zeitliche gesegnet hat, wurde die Methode von Dukan neu aufgelegt. Welcher Name nun auch immer hinter der Diät steht - der Abnehmerfolg hält, wie bei allen eiweißreichen Methoden, maximal ein paar Monate an. Zudem sind derlei Diäten gesundheitlich bedenklich: Die großen Mengen an Eiweiß belasten die Nieren aufgrund der anfallenden Endprodukte des Eiweißstoffwechsels. Wer über längere Zeit viel Eiweiß zu sich nimmt, regt zudem die Kalziumausscheidung an, was wiederum das Risiko von Osteoporose und Nierensteinen fördert.

2. Metabolic Balance

Nach einer kostenpflichtigen Blutanalyse stellt ein Computerprogramm einen - so besagt es die Methode - individuellen Ernährungsplan zusammen. Anhand welcher Blutwerte der Computer das Ernährungsprogramm erstellt, bleibt allerdings ein Geheimnis. Im Prinzip, so die Buchautoren, handle es sich hier um nichts anderes als um eine Low-Carb-Diät, die um ein paar Regeln ergänzt wird und den Diätwilligen 350 bis 600 Euro kostet.

3. Null-Diät

Der Darm wird entleert, der Körper scheidet mehr Wasser aus. Klar macht sich eine Null-Diät schnell mal auf der Waage bemerkbar. Mit dem tatsächlichen Fettabbau wird allerdings erst nach drei Tagen begonnen. Und mittelfristig verlieren auch die Muskeln an Masse. Wer nach der Hungerkur schließlich wieder auf normale Kost umstellt, gerät in die gefürchtete Jojo-Falle. Nachdem der Körper auf Sparflamme gestellt hat, werden die zugeführten Kalorien noch effizienter in Fettdepots umgewandelt. Immerhin hat man seinen Organismus beim Hungern ja darauf trainiert, aus der mageren Zufuhr so viel wie möglich herauszuholen. Ergo: Hungern macht dick und krank statt schlank und gesund.

4. Zitronensaftkur

Diese Rechnung geht nicht auf: Der gewünschte Effekt bleibt aus, dafür riskieren empfindliche Personen aufgrund des hohen Säuregehalts Probleme mit dem Magen. Bleibt nur noch eines zu hoffen, nämlich dass sauer tatsächlich lustig macht, damit die Kur zumindest einen positiven Effekt hat.

5. Nudeln als Dickmacher

Nicht die Nudeln, sondern die Saucen machen das Kraut fett. Folglich sind auch nicht die Kohlenhydrate an sich schuld an etwaigem Hüftspeck. Mit anderen Worten: Kombiniert mit fettarmen Saucen können Sie Nudeln, Erdäpfel und Co. genießen, ohne dabei um Ihre Figur bangen zu müssen.

6. Glyx-Diät

Die Studienlage ist widersprüchlich, so Angela Mörixbauer und Markos Groll. Die Autoren von "Die 50 größten Diät-Lügen" berufen sich u.a. auf eine im Jahr 2011 durchgeführte Untersuchung, die zeigt, dass es für das Hunger- oder Sättigungsgefühl keinen Unterschied macht, ob man Kost mit hohem oder niedrigem glykämischen Index zu sich nimmt. Insgesamt gebe es 15 Studien, die für die Glyx-Diät, und 16, die gegen sie sprechen.

7. FdH

Man bedenke: Wer nur halb so viel isst, führt seinem Körper auch nur die Hälfte der bisher konsumierten Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe zu. Da sich die meisten von uns ohnehin nicht sehr vorbildlich ernähren, schaden wir unserer Gesundheit mit dieser Methode mehr als wir ihr Gutes tun. Die Autoren raten daher zur einzig logischen Konsequenz, welche lautet: IdR - Iss das Richtige. Und: Während Sie FdH ruhigen Gewissens bei Fett- und Kalorienbomben anwenden können, lassen Sie bei Obst und Gemüse die IdD-Regel walten: Iss das Doppelte.

Internationaler Anti-Diät-Tag

Gesundheitsrisiken durch falsches Abnehmen und der Kampf gegen Essstörungen - dafür steht der internationale Anti-Diät-Tag, der am 6. Mai begangen wird. Viele Menschen würden einem Schönheitsideal hinterher laufen, das sich mit einem gesunden Lebensstil nicht vereinbaren lasse, warnen Vereine.

Besonders die sogenannten Jo-Jo-Diäten könnten zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn das Gewicht nach einer Hungerkur umso schneller wieder steigt. Die britische Feministin Mary Evans Young initiierte den Tag nach einer überstandenen Magersucht. Seit 1992 wird der No-Diet-Day begangen.

Mehr Ernährungstipps finden Sie in "Die 50 größten Diät-Lügen" von Angela Mörixbauer und Markus Groll. Erschienen bei Verlag Krenn, Softcover, 18,90 Euro.