Ablenkungsmanöver vor Wahlniederlagen: Blair-Rücktritt als Labour-Chef am 1. Mai?

Presse spekuliert seit Monaten über Abtrittszeitpunkt Blair: "Bleibe höchstens bis September 2007 im Amt"

Der britische Premier Blair erwägt offenbar, am Dienstag als Labour-Chef zurückzutreten. Blair sei von engen Vertrauten zu diesem Schritt am 1. Mai - dem 10. Jahrestag seiner Amtsübernahme - gedrängt worden, berichteten der "Daily Telegraph" und "Daily Mail". Hauptgrund seien absehbare Labour-Niederlagen bei den Regionalwahlen in Schottland und Wales sowie bei Kommunalwahlen in England am 3. Mai.

Die Berichterstattung über einen Rücktritt Blairs würde Negativschlagzeilen über das Labour-Wahldebakel abmildern und die Aufmerksamkeit auf die Zukunft der Partei sowie Blairs Nachfolger lenken, erklärten politische Beobachater. Zuvor hieß es in der britischen Presse, die seit Monaten über Blairs Rücktritt spekuliert, der Premierminister und Labour-Vorsitzende wolle erst nach der Bildung einer Regionalregierung für Nordirland am 8. Mai oder auch erst nach dem G8-Gipfel im Juni in Heiligendamm zurücktreten.

Blair hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, höchstens noch bis September 2007 in seinen Ämtern bleiben zu wollen. Als sein weitgehend unangefochtener Nachfolger gilt seit langem Schatzkanzler Gordon Brown. (apa)