Abgerechnet wird am Ende: Wann stechen Österreichs WM-Trümpfe endlich so richtig?

Schild muss im Slalom Österreichs WM-Ehre retten ÖSV blieb zuletzt 1987 in Crans Montana ohne Titel

Dass Österreich in den Speed-Bewerben bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare ohne Goldmedaille geblieben ist, muss erst verkraftet werden. Eine Silbermedaille im Super G durch Fritz Strobl, Bronze für Renate Götschl in dieser Disziplin und für Nicole Hosp in der Abfahrt ist die Ausbeute. In den Super-Kombinationen schauten Silber für Benjamin Raich und Bronze für Marlies Schild heraus.

Nach sechs von elf Entscheidungen liegt das Austrian Power Team hinter Schweden (3/0/1), Schweiz (1/0/2), Italien (1/0/0), Norwegen (1/0/0) und USA (0/3/0) an sechster Stelle (0/2/3). Dahinter liegt Kanada mit einmal Silber. Das letzte Mal war der Österreichische Skiverband vor 20 Jahren von einer Alpin-WM ohne Gold nach Hause gekommen. 1987 in Crans Montana hatten nur drei Silberne und eine Bronzene herausgeschaut.

ÖSV-Alpinchef Hans Pum war nach dem Abfahrtssonntag nicht gerade die Zufriedenheit in Person: "Die Erwartungen sind sehr, sehr hoch, dadurch wird vieles schwieriger. Wir sind da, um zu gewinnen. Wir wollen jedes Rennen gewinnen, sonst brauchen wir nicht hier rauffahren."

Vier Einzelbewerbe in den technischen Disziplinen und der Teambewerb stehen in Aare noch auf dem Programm. Sich darauf zu verlassen, dass der Mannschaftsbewerb das ÖSV-Team herausreißen wird, braucht niemand, denn vor zwei Jahren in Bormio hatte die favorisierte rot-weiß-rote Truppe eine Schlappe gegen Deutschland kassiert, und heuer sind die USA und Schweden die heißen Gold-Anwärter - neben Österreich natürlich.

Es gilt also, auf Nummer Sicher zu gehen und vorher zuzuschlagen. Die Damen haben in der laufenden Weltcupsaison nach 24 Rennen beachtliche 15 Siege, 11 zweite und 10 dritte Plätze zu Buche stehen, für die Herren sah es nach ebensovielen Bewerben mit 6/6/7 lange nicht so gut aus. Die Hoffnungen auf WM-Gold in Aare ruhen deshalb zu allererst auf Slalom-Dominatorin Marlies Schild, die fünf der sechs Saisonrennen gewonnen hat und auch im Kombislalom in Aare die Topzeit markierte. Nicole Hosp und Kathrin Zettel ist der Erfolg ebenfalls zuzutrauen. Im Riesentorlauf am Dienstag sind Hosp (1 Saisonsieg) und Kathrin Zettel (2) die Hoffnungsträgerinnen, Schild und Michaela Kirchgasser sollte man auch nicht außer Acht lassen.

Bei den Herren hat Benjamin Raich in den technischen Disziplinen für die einzigen ÖSV-Siege gesorgt. Sein Erfolg im Adelboden-RTL war in vier Bewerben dieser Disziplin der einzige Stockerlplatz für das erfolgsverwöhnte Team, im Torlauf siegte der Pitztaler in Levi und Schladming und war einmal Zweiter. Mario Matt hat zwei zweite und zwei dritte Plätze zu Buche stehen und Beständigkeit bewiesen.

(APA/Red)