Abend der Abschiede in der Schweiz: Nati,
Köbi und Zubi sagten bei der EURO Tschüs

Schweizer Spieler schenkten Teamchef ein 2:0 Keeper Zuberbühler in Abschiedsmatch bärenstark

Abend der Abschiede in der Schweiz: Nati,
Köbi und Zubi sagten bei der EURO Tschüs © Bild: Reuters

Für die Schweizer Nationalmannschaft wurde das sportlich bedeutungslose EURO-2008-Match gegen Portugal im Basler St. Jakob-Park zu einem Abend der Abschiede. Es war nicht nur das letzte Match der "Nati" bei der Heim-EM, sondern auch das 73. und letzte von Jakob "Köbi" Kuhn als Teamchef. Und es wurde der erhoffte gelungene Abgang, denn die Schweizer bezwangen die Portugiesen 2:0 und feierten somit ihren ersten Sieg der EM-Geschichte.

Nach dem Schlusspfiff wurde Kuhn von den 40.000 Fans in Basel begeistert mit "Köbi National"-Sprechchören gefeiert, die Spieler liefen mit einem "Merci Köbi"-Plakat über den Platz. Kuhn schenkte zudem dem 37-jährigen Goalie Pascal "Zubi" Zuberbühler zu dessen Ende der Teamkarriere seinen 51. Länderspieleinsatz und damit ein großes Abschiedsmatch. Zuberbühler bedankte sich mit einer starken Leistung mit einigen tollen Paraden beim Coach.

Für Kuhn, den längst dienenden und erfolgreichsten Teamchef des Landes, schloss sich in Basel der Kreis. In dieser Stadt war Kuhn am 10. Juni 2001 zum ersten einheimischen "Nati"-Coach seit 1989 ernannt worden. Sein Debüt hatte Kuhn am 15. August 2001 ausgerechnet mit einem 2:1-Sieg in Wien gegen Österreich gefeiert.

Erfolgsbilanz
Der bodenständige Zürcher, der 2006 nach dem Erreichen des WM-Achtelfinales zum "Schweizer des Jahres" gewählt wurde, führte das Team zu drei Endrunden in Folge (EM 2004, WM 2006, EM 2008) und weist nach sieben Jahren eine deutlich positive Gesamtbilanz von 32 Siegen, 18 Remis und 23 Niederlagen (111:88 Tore) auf. Kuhn übergibt nun den Trainerstab an den Deutschen Ottmar Hitzfeld, für manche Kritiker in der Schweiz erfolgt sein Abschied zwei Jahre zu spät.

Für die "Nati" ging gegen Portugal ein Turnier versöhnlich zu Ende, das bis dahin einfach unter keinem guten Stern für sie gestanden war. Der Verletzungsteufel hatte die Schweizer bereits in der Vorbereitungszeit gepackt (u.a. fielen David Degen, Blerim Dzemaili, Steve von Bergen, Fabio Coltorti und Blaise Nkufo aus) und auch bei der Endrunde fest im Griff. Gleich im Eröffnungsmatch verletzte sich Kapitän und Rekordtorschütze Alexander Frei am Knie und fiel für den Rest des Turniers aus. Nach nur einem Match musste auch sein Sturmpartner Marco Streller (Leistenprobleme) w.o. geben.

Unglückliches Ausscheiden
In den beiden richtungsweisenden Auftaktpartien gegen Tschechien (0:1) und die Türkei (1:2, entscheidendes Gegentor in der 93. Minute) kam sportliches Pech hinzu. Das Ende der Viertelfinalträume nur vier Tage nach dem EM-Start (so schnell war noch kein EM-Gastgeber ausgeschieden) muss aber auch am Unvermögen festgemacht werden, denn die "Nati" ist mit ihren Torchancen fast schon fahrlässig umgegangen.

Für Teamchef Kuhn kam ein harter privater Schicksalsschlag mitten in den EM-Stress hinzu. Seine Gattin Alice musste am 2. Juni nach einem epileptischen Anfall auf die Intensivstation der Züricher Uni-Klinik eingeliefert werden und lag neun Tage im künstlichen Tiefschlaf. Seit dem Erwache befindet sie sich auf dem Weg der Besserung.

(apa/red)

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