A-Tec kommt mit blauem Auge davon:
Gläubiger sagen "Ja" zu Sanierungsplan

29. Dezember: Suche nach Investor geht weiter Drittgrößte Pleite in Österreichs Wirtschaftsgeschichte

A-Tec kommt mit blauem Auge davon:
Gläubiger sagen "Ja" zu Sanierungsplan © Bild: APA/Hochmuth

Für den insolventen Mischkonzern A-Tec fällt kurz vor Jahresende eine wichtige Entscheidung: Die Gläubigerversammlung stimmt am 29. Dezember dem angebotenen Sanierungsplan mit überwiegender Mehrheit zu. Demnach erhalten die Gläubiger 47 Prozent plus einer Superquote, die erst in den nächsten Wochen eruiert wird. Nun hat Sanierungsverwalter Matthias Schmidt bis zum 30. Juni 2011 Zeit, einen Investor für den A-Tec-Konzern zu suchen.

Der Investor muss zirka 250 Mio. Euro aufbringen. Sollte bis Ende September das Geld nicht eingezahlt werden, sei die Liquidation unumgänglich.

Konzernchef Mirko Kovats bleibt vorerst im Amt, da kein Nachfolger gefunden wurde. In den Aufsichtsrat sollen neu der frühere Staatssekretär Alfred Finz und der frühere Voest-Generaldirektor Franz Strutzl einziehen.

Die Folge-Pleite der AE&E Gruppe, die für 60 Prozent des A-Tec-Umsatzes verantwortlich war, hat die Rettung des Unternehmens deutlich erschwert. Seither wurden bereits die AE&E Austria an den Konkurrenten Andritz sowie die Schweizer AE&E Von Roll Inova an Hitachi Zosen verkauft.

Die Insolvenz der A-Tec ist mit Passiva inklusive Haftungen von insgesamt rund 677 Mio. Euro die drittgrößte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte nach Konsum und der Baufirma Maculan. Der Konzern von Mirko Kovats besteht aus vier Sparten - Anlagenbau (AE&E), Motoren (ATB), Maschinenwerkzeuge (EMCO), Kupfer (Montanwerke Brixlegg) - und setzte 2009 rund 3 Mrd. Euro um. A-Tec beschäftigt weltweit knapp 11.500 Mitarbeiter. Nur mehr rund 2.000 sind in Österreich tätig, davon 600 bei AE&E in Graz und Wien.

(apa/red)