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Rose May Alaba: Diese Rose
wächst über sich hinaus

Die erste Soul-Single der kleinen Schwester des großen David läuft derzeit im Radio.

Rose Alaba © Bild: www.sebastianreich.com

David Alaba zeigt vor, wie Weltkarriere funktioniert. Gecoacht und beraten wird der Kicker dabei natürlich von einem professionellen Team. Es kommt daher wenig überraschend, dass auch bei der Karriere seiner Schwester, der Soulsängerin Rose May Alaba, nichts dem Zufall überlassen wird: Eine PR-Beraterin kümmert sich darum, was Rose May sagt, und ein Kamerateam, das ihr derzeit auf Schritt und Tritt folgt, sorgt dafür, dass auch jedes dieser Worte für die Nachwelt erhalten bleibt. "Man muss mir in den Hintern treten. Ich brauche die Unterstützung", sagt die 20-Jährige. Vor allem jene ihres Vaters George Alaba - der die Produktion der ersten CD finanziert hat.

Es sieht so aus, als würde sich die Investition rentieren: Seit letztem Wochenende läuft ihre erste Single "All Of This Is You" auf Ö3. "Wir sind sehr gespannt auf die ersten Reaktionen unserer Hörerinnen und Hörer", sagt Ö3-Chef Georg Spatt: "Es ist ein fröhlicher Sommer-Popsong, der in der Art seiner Produktion und Anmutung stark an die 90er-Jahre erinnert. Ob sich der Song durchsetzt, hängt jedoch immer sehr vom aktuellen Umfeld und internationalen Trends ab."

Rose May hat, wie ihr älterer Bruder David, Großes vor: "Ich möchte mit meiner Musik international die Menschen berühren und erfreuen." Dass sich die Weltkarriere nicht über Nacht einstellt, ist der Sängerin aber durchaus bewusst: "Das geht natürlich alles nur step by step."

Bereits im Alter von vier Jahren genoss Rose May musikalische Früherziehung, sie lernte Gitarre und Klavier. Der Gesangsunterricht kam erst später dazu: "Als ich sieben Jahre alt war, entdeckten meine Eltern, dass ich auch singen kann." Live-Performances gab es aber vorerst noch keine, in der Schule habe sie erst einmal mit Playback begonnen. Erst in der Gymnasiumszeit sang sie im Rahmen eines Weihnachtskonzerts erstmals live für ihre Klassenkameraden.

Rose Alaba
© www.sebastianreich.com

Im Jahr 2011 wagte Rose May dann den ersten ernsthaften Versuch, in der Musikbranche Fuß zu fassen. Sie nahm an der österreichischen Version der TV-Castingshow "Popstars" auf Puls 4 teil und ging mit zwei weiteren Teilnehmerinnen als Siegerin hervor - die Girlband BFF war geboren. Aufgrund von Unstimmigkeiten und ausbleibendem Erfolg löste sich die Gruppe 2013, nach nur zwei Jahren, wieder auf. Und Rose May blieb weiterhin bloß die mollige Schwester des Fußballgottes David.

Kilos runter, Karriere rauf

Heute, weitere zwei Jahre später, erscheint Rose May deutlich erschlankt. "Ich habe 22 Kilogramm abgenommen. Size zero werde ich nie haben, aber ich fühle mich einfach viel wohler und fitter", sagt sie. Derzeit bastelt sie an ihrem Debütalbum, das demnächst erscheinen soll.

Wolfgang Pammer, der Musikchef des größten österreichischen Privatradiosenders Kronehit, ist von Alabas Qualitäten überzeugt: "Wir werden Rose May diese Woche vorstellen. Ihre Debütsingle ist lockerflockig und kann international mithalten. Sie hat gute Chancen, da es eine richtig gute Produktion ist."

Eine gute Produktion kostet laut Pammer ab 20.000 Euro. Alaba bringt ihr Album auf dem familieneigenen Label heraus -der Einfachheit halber heißt dieses "Rose May". Vater George Alaba schaffe es Ende der Neunzigerjahre mit dem Hip-Hop-Duo Two in One auf Platz zwei der Austrocharts. Noch heute legt er gelegentlich in Wiener Clubs auf.

Ihre Songs komponiert und schreibt Rose May aber zum größten Teil selbst. Inspirieren lässt sie sich dabei vom Leben ihrer Freunde und Familie: "Ich bin meistens so frech, dass ich einfach ihre Geschichten übernehme und in meine Songs einarbeite. Die bekommen das oft gar nicht mit", sagt sie.

Alabas musikalisches Vorbild ist die amerikanische Soul-Diva Beyoncé: "Sie ist eine Powerfrau. Normalerweise steht ja der Mann über der Frau, aber ich finde, dass Frauen genauso viel können wie Männer, und Beyoncé zeigt das ganz deutlich."

Erfolgskonzept Alaba

Geht es um Erfolg, ist dann aber doch ein Mann ihr großes Idol, ihr Bruder David. Nicht nur wenn sie über ihn spricht, sprudelt es nur so aus Rose May heraus: "Er ist für mich ein Wahnsinnsmensch. Er hat schon so viel erreicht und ist dennoch immer am Boden geblieben. Da eifere ich ihm natürlich nach." Obwohl David derzeit in München lebt und Rose May zu Hause bei den Eltern in Wien, sei der Bruder immer noch ihr Mentor. "Er gibt mir oft Tipps und sagt mir, wie ich manche Dinge besser machen kann, obwohl er in einem ganz anderen Bereich tätig ist. Er hilft mir sehr dabei, weiterzukommen."

»Durch den Bekanntheitsgrad meines Bruders öffnen sich mir natürlich auch Türen.«

Kronehit-Musikchef Wolfgang Pammer meint: "Es ist nie schlecht, im Fahrwasser eines großen Namens zu schwimmen." Diesen Vorteil gesteht auch Rose May ein: "Durch seinen großen Bekanntheitsgrad öffnen sich mir natürlich auch viele Türen."

Künstler-Manager Herbert Fechter sieht das anders. Es sei eher ein Nachteil, David Alabas Schwester zu sein, auch wenn es anfangs mehr Aufmerksamkeit bringe. Fechter begründet das so: "David ist ein Weltfußballer, daher würde man sich von seiner Schwester ebenfalls erwarten, dass sie schon in der Weltklasse einsteigt. Das mag zwar unfair sein, aber so denken die Menschen nun einmal."

Dass es nicht nur lustig ist, die kleine Schwester eines Superstars zu sein, hat auch Rose May schon erkannt. Dennoch ist sie bemüht, ihre Sätze stets positiv zu formulieren: "Die Menschen bringen mich immer mit ihm in Verbindung, aber ich kann es ihnen nicht übel nehmen, weil er für sie eben der Fußballer ist. Viele Leute glauben, dass ich nur auf seiner Welle mitreiten will, und deshalb muss ich mich natürlich noch mehr beweisen. Ich muss zeigen, dass ich wirklich Musik machen und gut singen kann."

Pop meets Reggae Rose May Alabas Debütsingle "All Of This Is You" setzt schon jetzt auf sommerlichen Sound. Die CD ist ab sofort im Handel erhältlich.

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