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Schluss mit nackt:
Der "Playboy" wird züchtig

In Zukunft sollen keine völlig nackten Frauen mehr abgebildet werden

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    Erste Playboy Ausgabe am 1. Dezember 1953

    Vor 60 Jahren läutete Hugh Hefner mit dem legendärsten Männermagazin der Welt, dem "Playboy", eine neue Ära ein. Pünktlich zum Jubiläum hat der Taschen Verlag eine sechsteilige Sonderedition* herausgebracht. Darin zu sehen: die allererste "Playboy"-Ausgabe vom 1. Dezember 1953 mit Marilyn Monroe am Titel!

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    Die Playboy Story

    "Meine Mutter hat an das Magazin nicht geglaubt, aber sie hat an mich geglaubt", erzählte Hefner bei einer Geburtstagsparty. Ganze 600 Dollar will der einstige Redakteur des vergleichsweise zahmen Männermagazins "Esquire" besessen haben, als er den "Playboy" mit einer Finanzspritze der Mutter von rund 8.000 Dollar startete. Für den Magazinmarkt der fünfziger Jahre kam das Erscheinen des "Playboy" einer sexuellen Revolution gleich.

    Hugh Hefner inmitten von Playboyhäschen 1962

Revolution beim "Playboy": Das Herrenmagazin schafft seine legendären Nacktfotos ab. Derartige Bilder seien im Zeitalter des Internets "völlig überholt", sagte Magazin-Chef Scott Flanders der "New York Times" vom Dienstag: "Man ist jetzt gratis einen Klick von jedem nur vorstellbaren Sex-Akt entfernt." Angesichts schwindender Auflage sucht das Hochglanzmagazin nun nach anderen Anreizen zum Kauf.

Mit den Abbildungen von vollkommen nackten Frauen hatte der "Playboy" ein Tabu gebrochen, seine erste Ausgabe 1953 mit einer komplett unverhüllten Marilyn Monroe war dabei gleich ein doppelter Coup. Es folgten weitere Coups mit Fotos von Stars wie Kim Basinger, Madonna oder Sharon Stone - oder Fotos von Helmut Newton und Annie Leibovitz, die für immer mit dem "Playboy" verbunden bleiben werden.

Doch in den vergangenen Jahren verlor das Magazin stetig an Auflage. Nach Angaben der "New York Times" sank sie von 5,6 Millionen im Jahr 1975 auf zuletzt etwa 800.000. Das Aus für die Nackt-Fotos wurde nach Angaben Flanders' in Abstimmung mit Playboy-Gründer Hugh Hefner gesetzt. Ganz auf Hingucker verzichten will das Magazin allerdings nicht: Auch der neue "Playboy" werde ab März weiterhin Fotos von Frauen in provokanten Posen zeigen, sagte der Magazin-Chef. Nur werden sie nicht mehr nackt sein. Das künftige Playmate des Monats könnten sich auch 13-Jährige ansehen, fügte Mitarbeiter Cory Jones hinzu, der für die Inhalte des Magazins zuständig ist und den 89-jährigen Hefner überzeugen musste.

© Taschen Playboys Playmate of the Month August 1954 Arline Hunter - Foto aus dem im Taschen Verlag erschienen Bildband: Hugh Hefner's Playboy, Hardcover mit 25 Ausklappern, 6 Bände in einer Box, 7.0 x 9.8 in., 1910 Seiten, Sonderausgabe

Um in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zugelassen zu sein, die Fotos bereits dann sperren, wenn darauf eine Brustwarze zu sehen sind, habe das Magazin schon in der Vergangenheit einige seiner Inhalte angepasst, sagte Flanders. So ist sein Internetauftritt schon seit August 2014 völlig frei von Nackten. Seitdem sank das Alter des Durchschnittslesers von 47 auf 30 Jahre, gleichzeitig stieg die Zahl der Online-Besucher von vier Millionen auf 16 Millionen im Monat. Das neue Hochglanz-Magazin versucht nun laut seinem Chef eine Antwort auf die zentrale Frage zu finden: "Was bleibt, wenn Du die Nacktheit wegnimmst?"

Möglicherweise besinnt sich der "Playboy" ja wieder mehr auf seine zweite Stärke: Interviews und Kurzgeschichten berühmter Schriftsteller. Nicht ganz so berühmt wie die Aufnahmen von Marilyn Monroe oder Madonna, aber dennoch als Meilensteine im Magazingeschäft gelten einige seiner Interviews - allen voran das allererste, das der US-Schriftsteller Alex Haley mit Jazz-Legende Miles Davis über den Rassismus als "schwärende Wunde" führte.

© Victor Blackman/Express/Getty Images Playboy Häschen 1963

Zu den weiteren Gesprächspartnern zählten Malcolm X und Martin Luther King Jr. sowie der damalige Präsidentschaftskandidat Jimmy Carter, der gestand, dass es ihn "in seinem Herzen" schon mal nach anderen Frauen gelüstet habe. Unvergessen auch ein Interview mit John Lennon und Yoko Ono, das kurz nach Lennons Ermordung im Dezember 1980 herauskam. Daneben veröffentlichte das Magazin Kurzgeschichten von Starautoren wie Vladimir Nabokov, Haruki Murakami und Margaret Atwood.

Im Gegensatz zu der US-Ausgabe will der deutsche "Playboy" weiterhin nackte Frauen im Heft zeigen. Das machte der Chefredakteur von Playboy Deutschland, Florian Boitin, am Dienstag klar. "Auf die Ausrichtung und die Gestaltung des deutschen 'Playboy' hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss. Das heißt, wir halten an unserem erfolgreichen Konzept auch in Zukunft fest", sagte er.

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