Salzburger Festspiele von

Heftige Kritik

NEWS: Olga Neuwirth fühlt sich von den Salzburger Festspielen erneut hinausgeworfen

Olga Neuwirth © Bild: APA/Robert Jaeger

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth, derzeit im Zentrum des Festivals „Wien modern", übt in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe heftige Kritik an den Salzburger Festspielen: „Wir Österreicher sind wohl völlig uninteressante Komponisten, und mit mir macht man eben immmer dasselbe", sagt sie auf NEWS-Anfrage. Anlass der Verägerung ist die Uraufführungspraxis des Intendanten Alexander Pereira, der jährlich ein Auftagswerk aus dem Musiktheaterbereich herausbringen will. Kein Österreicher wäre beauftragt worden, rügt Olga Neuwirth, nun aber wäre der Ungar György Kurtag mit seiner Oper für das nächste Jahr nicht fertig geworden. Deshalb wären die Festspiele wegen einer Neubearbeitung der in diesem Jahr in Mannheim uraufgeführten Moby-Dick-Oper „The Outcast" an sie herangetreten. Nun aber werde doch Sir Harrison Birtwistles „Gawain" ins Programm gerückt.

Neuwirth: „Man hat sich für den absolut abgesicherten und zum Ritter geschlagenen Birtwistle, den ich natürlich sehr schätze, entschieden (bereits auf CD und wunderbar aufgeführt vor vielen Jahren) und dann doch gegen mich." Nicht einmal als Einspringer wolle man „einem ,jungen’ Österreicher eine Chance geben, damit dieser bei einem österreichischen Festival zeigen kann, dass er bei den besten Möglichkeiten überzeugend ist".


Zudem hätte man damit die Möglichkeit versäumt, „den Rauswurf von Elfriede Jelinek und mir von damals gutzumachen." Die Festspiele hatten sich einst unter viel kritisierten Umständen von der für 2006 vorgesehenen Uraufführung der Oper „Der Fall Hans W." über einen Klagenfurter Arzt und Kinderschänder zurückgezogen.

Pereira sieht die Sache auf NEWS-Anfrage anders: „Seit wann bestimmen Künstler, von wem sie engagiert werden? Das ist die Entscheidung des Inendanten! Es war doch schon ein positiver Vorgang, dass wir Frau Neuwirth ins Kalkül gezogen haben."

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