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Fairtrade-Handel wächst und wächst

Warum das Fairtrade-Gütesiegel aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken ist.

Fairtrade © Bild: Thinkstock

Man kann es immer häufiger in den Regalen der heimischen Supermärkte sehen: das kleine grün-blau-schwarze Zeichen. Das Fairtrade-Gütesiegel ist beliebter denn je. Vor allem fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Schokolade und Bananen werden in Österreich gerne gekauft. Ein Beispiel: Alle Fairtrade-Bananen, die seit 2002 landesweit verzehrt wurden, ergeben eine Strecke von 65.000 Kilometern. Diese Strecke umrundet die Erde 1,5 mal.

Über 20 Jahre lang gibt es das kleine Zeichen mit der großen Wirkung bereits in Österreich. Und seitdem hat sich viel getan! Anfangs konnten Konsumenten fair gehandelten Kaffee nur im Weltladen oder auf dem Kirchenbasar kaufen. Mittlerweile gibt es nicht nur klassische "Kolonial“-Waren wie Kaffee und Bananen in fast jedem Lebensmittelgeschäft, sondern auch unzählige andere Produkte. Über 100 Lizenzpartnerfirmen bieten hierzulande mehr als 950 zertifizierte Produkte an, die landesweit in über 5.000 Geschäften, Weltläden und Bioläden sowie in Gastronomiebetrieben erhältlich sind. Darüber hinaus sind rund 64 Prozent aller in Österreich verkauften Fairtrade-Produkte auch bio-zertifiziert.

Für ein besseres Leben

Die Vision von Fairtrade: eine Welt, in der alle Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter in Entwicklungsländern ein sicheres und menschenwürdiges Leben führen und ihre Zukunft selbst gestalten können. "Die positiven Wirkungen von Fairtrade sind deutlich spürbar, dennoch ist der Weg zu einer gerechten Weltwirtschaft noch weit. Viele Produzentenorganisationen brauchen dringend mehr Möglichkeiten, ihre Produkte unter fairen Bedingungen zu verkaufen. Daher wünschen wir uns in Zukunft noch mehr Nachfrage nach fair produzierten und fair gehandelten Produkten“, sagt Bernhard Moser von Fairtrade.

Produkte mit dem grün-blau-schwarzem Gütesiegel sichern Bauern und Arbeitern in ärmeren Ländern ein geregeltes Einkommen. Längerfristig entstehen auch Investitionen in die dortige Infrastruktur. Befestigte Straßen und neue Schulen können gebaut werden. Zudem stärkt ein Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, Arbeitsschutz oder Vereinigungsfreiheit das Selbstwertgefühl der Einzelnen.

Fairtrade steht zusammengefasst für: mehr Gehalt, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften und bessere Arbeitsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Aber auch für Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz. Im fairen Handel sind der Einsatz von gentechnisch-modifiziertem Saatgut sowie das Sprühen von hochgiftigen AgroChemikalien verboten. Die Kleinbauernfamilien werden finanziell unterstützt, um ihre Produktion auf biologische Anbaumethoden Schritt für Schritt umzustellen, Wiederaufforstung zu betreiben, Wasser zu sparen und sich auch ökologisch fortzubilden.

Eine faire Nuss

Pfanner, Zotter, Tchibo, Trolli: Viele namhafte Firmen bieten eigene Produktlinien mit dem Fairtrade-Gütesiegel an. Auch der Snack-Produzent Kelly setzt mit seiner neuen Produktlinie FINE & FAIR ein deutliches Zeichen zur Förderung der Eigenständigkeit von Kleinbauernfamilien. Zum Beispiel in Burkina Faso, auf der Elfenbeinküste oder in Mosambik. Über die Bezahlung von Fairtrade-Mindestpreisen und der -Prämie werden Einkommenssituation und finanzielle Stabilität der Produzenten, sowie Produktions- und Arbeitsbedingungen laufend verbessert.

"Das besondere an Fairtrade ist der ganzheitliche Ansatz mit Anforderungen nicht nur an den Anbau, sondern auch an den fairen Handel der Rohstoffe und die Organisation der Kleinbauernfamilien. Dank der Fairtrade-Prämie sind für die Gemeinschaft beispielsweise in Burkina Faso Investitionen in eine Bearbeitungsstation für den Schälvorgang von Cashew-Nüssen, in die Wasseraufbereitung, Trockenmaschinen oder Schweiß-Anlagen möglich“, erklärt Moser.

Ein anderes Beispiel vom fairen Handel mit Nüssen: Das Projekt "Entwicklung für die nachhaltige Versorgung von Erdnüssen aus Bolivien“ von Intersnack und der deutschen Regierung im Rahmen des PPP Private Public Partnership-Programms. Die Verbesserung der Lebensqualität der Erdnussbauern, die Verbesserung ihrer Böden, die Produktivität, die Qualität ihrer Produkte und somit auch der Einfluss auf ihr Einkommen werden durch diese Zusammenarbeit gefördert. Nicht zuletzt: Die Erhaltung der bolivianischen Erdnuss kann dadurch überhaupt erst ermöglicht werden.

Wissenswert

  • Nüsse liefern Eiweiß und Vitamine
  • Cashewnüsse sind gute Magnesium- und Phosphorlieferanten. Magnesium stärkt die Knochen und spielt bei der Aktivität von Enzymen eine wichtige Rolle.
  • Mandeln sind berühmt für ihren hohen Anteil an Vitamin E. Antioxidantien wie Vitamin E wirken bei Herzgefäßerkrankungen und Krebs vorbeugend.
  • Erdnüsse enthalten viel Vitamin B3, Vitamin E und Zink. Zink ist wichtig für die Entwicklung von Eiweiß und die Erneuerung von Gewebe.

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