900 Millionen Euro für Hypo Alpe Adria: Angeschlagene Bank bekommt Staatshilfe

Einigung zwischen Bank und Finanzministerium Hypo bekommt auch von Bayern 700 Millionen Euro

900 Millionen Euro für Hypo Alpe Adria: Angeschlagene Bank bekommt Staatshilfe © Bild: APA/Gert Eggenberger

Die Hypo Group Alpe Adria bekommt insgesamt 900 Mio. Euro an Partizipationskapital aus dem Bankenhilfspaket der Republik Österreich. Darauf haben sich Finanzministerium und Bank geeinigt. Die Kernkapitalquote der Hypo steigt dadurch zum Jahresende auf 8,4 Prozent. Die Hypo muss dafür jährlich acht Prozent Dividende bezahlen.

Der Bund kann sein PS-Kapital zudem jederzeit in Stammaktien umwandeln, die Hypo kann dies frühestens nach fünf Jahren tun. Die Bank, die im Mehrheitseigentum der selbst schwer angeschlagenen Bayerischen Landesbank steht, hat zuletzt von den Bayern 700 Mio. Euro Kapitalerhöhung erhalten.

Die Hypo Group Alpe Adria muss für die 900 Mio. Euro PS-Kapital vom Staat eine ganze Reihe von Bedingungen in Kauf nehmen. Die Auflagen enthalten unter anderem Einschränkungen bei Bonuszahlungen für Manager und bei Dividendenausschüttungen, dazu muss das Institut bis Ende März 2009 ein Kosteneffizienzkonzept vorlegen.

Dividende bei Gewinnen
Während der Staat jederzeit direkt bei der Hypo einsteigen kann, darf die Hypo erst in fünf Jahren das PS-Kapital in Stammaktien umwandeln. Die Hypo erhält, wie das Finanzministerium in einer Aussendung bekannt gab, eine Call-Option, mit der sie jederzeit Käufer für das Partizipationskapital des Bundes namhaft machen kann. Zahlt die Hypo dem Staat das Kapital zurück, muss sie 110 Prozent der Summe berappen. Die Dividende von acht Prozent wird der Staat zumindest in diesem Jahr wohl nicht sehen, sie wird nur fällig, wenn Gewinne geschrieben werden. Der Halbjahresverlust der Bank betrug aber bereits mehr als 60 Mio. Euro, die Bilanz 2008 dürfte tiefrot ausfallen.

Zu den staatlichen Auflagen für die Bank gehört neben der Bedingung, binnen drei Jahren 1,8 Mrd. Euro für die Vergabe von Krediten und Leasingfinanzierungen an Klein- und Mittelbetriebe zur Verfügung zu stellen, auch die Vorlage eines Konzepts zur Kosteneffizienz. Darin muss auch eine Beschränkung der Bezüge enthalten sein, die laut Ministerium "keine unangemessenen Elemente" enthalten dürfen.

Keine Boni für Manager
Für 2008 gibt es keine Boni für Manager, ebenso in jenen Jahren, in denen der Bund keine Dividende in voller Höhe erhält. Dazu muss die Hypo innerhalb von vier Monaten einen Bericht über die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit vorlegen. An andere Eigentümer als den Staat darf während der Inanspruchnahme des Staatskapitals nur eine Dividende von maximal 17,5 Prozent des ausschüttungsfähigen Gewinns gezahlt werden.

Weiters muss die Bank bei allen Maßnahmen auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen angemessen Bedacht nehmen. Vorgeschrieben wird auch, dass die Hypo die Eigenmittelquote laut Basel II zuzüglich 2 Prozent nicht unterschreiten darf.

Bank zufrieden
Die Hypo hatte bis zu 1,5 Mrd. Euro an Staatshilfe beantragt. Die jetzt bewilligten 900 Mio. seien exakt jener Anteil an dem Bankenhilfspaket des Staates, der dem Institut nach dem vereinbarten Schlüssel zusteht, hieß es seitens der Hypo. Bei der sechstgrößten Bank Österreichs ist man nach der Unterzeichnung der Vereinbarung aber zufrieden. "Eine Erhöhung der Kernkapitalquote ist unumgänglich, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, damit sind wir besser kapitalisiert als je zuvor", sagte Vorstandsvorsitzender Tilo Berlin in einer Aussendung am Dienstagabend.

Entgegen Spekulationen über einen Direkteinstieg des Staates ändert sich an den Eigentumsverhältnissen bei der nun getroffenen Vereinbarung nichts. Eigentümer sind zu 67,08 Prozent die BayernLB, zu 20,48 Prozent die Grazer Wechselseitige Versicherung, 12,42 hält das Land Kärnten über die Kärntner Landesholding, mit 0,02 Prozent ist die Hypo Alpe-Adria Mitarbeiter Privatstiftung beteiligt. Die Hypo Group beschäftigt zur Zeit rund 7.500 Mitarbeiter, sie ist in zwölf Ländern aktiv.

(apa/red)