90% alter Festplatten nicht richtig gelöscht:
Nüchterner Befund von Datenretter-Profis

Hundertprozentig sicher nur physikalische Methoden

Wenig überrascht zeigten sich am Dienstag professionelle Datenretter der Attingo Informationstechnologie GmbH über die im "Kurier" aufgedeckte Sicherheitspanne rund um eine alte Festplatte des Verkehrs- und Infrastrukturministerium (BMVIT). "Nach unseren Marktbeobachtungen werden mehr als 90 Prozent der verkauften, gebrauchten Festplatten nicht korrekt gelöscht", so Geschäftsführer Nicolas Ehrschwendner.

Die Sicherheitslücken würden überall bestehen, nicht nur im öffentlichen Bereich. Auch Konzerne und Privatunternehmen löschen ihre Daten in den seltensten Fällen korrekt - also nicht wiederherstellbar. Der Grund dafür sei Unwissenheit, aber auch die Kosten, so Ehrschwendner. Bei großen Umrüstungen würden oft tausende Festplatten anfallen, was eine sichere Datenlöschung zeit- als auch kostenintensiv gestaltet.

Mit Hammer und Kreissäge löschen...
Hundertprozentig sicher seien lediglich physikalische Methoden. Etwa indem man die Platte sehr starken Magnetfeldern aussetzt, sie über 700 Grad Celsius erhitzt oder schlicht schreddert. Auch die am Markt angebotene Datenvernichtungssoftware, die den höchsten US-Standards entspricht, sei laut dem Experten nicht immer erfolgreich: "Manchmal können Spuren bleiben, die wir immer noch rekonstruieren können." (apa/red)