85 Prozent der Magna-Arbeiter verzichten auf Lohn: Gewerkschaft kritisiert Vorgehen

Pesserl: Kein einziger Arbeitsplatz bleibt so erhalten Regelung sieht Gehaltskürzung für ein Jahr vor

Rund 85 Prozent der Angestellten von Magna in Österreich haben dem von der Unternehmensleitung beworbenen "freiwilligen, temporären Gehaltsverzicht" zugestimmt, wie Magna erklärte. Der Gehaltsverzicht für Angestellte und Manager ist auf ein Jahr befristet. Betriebratschef Pepper meinte dazu, die Regelung werde nach wie vor nicht befürwortet, man habe aber auch niemandem abgeraten.

85 Prozent der Magna-Arbeiter verzichten auf Lohn: Gewerkschaft kritisiert Vorgehen

Für Pepper ist die hohe Akzeptanz - unter den 2.370 Angestellten des Grazer Werks waren es rund 80 Prozent - nicht überraschend: "Dahinter steht die große Sorge um den Arbeitsplatz". Man habe zwar einige Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag ausverhandeln können, mehr sei aber nicht drinnen gewesen, so Pepper. Kritik kam vom Landessekretär der Metaller-Gewerkschaft, Josef Pesserl: Lohnverzicht sei kein Modell, um die Krise zu bewältigen, kein einziger Arbeitsplatz bleibe damit erhalten, sondern sei lediglich die Methode, wie man wirtschaftlich abhängige Mitarbeiter unter Druck setze, so Pesserl zum ORF.

Dankesrede für Mitarbeiter
Magna-CEO Siegfried Wolf bedankte sich in einer Aussendung bei den Mitarbeitern "für ihr Verständnis und ihre Bereitschaft, diesen Schritt mit uns gehen". Die Maßnahme sei notwendig, um im Rahmen eines Gesamtpakets zur Kostensenkung die "starke Finanzbasis abzusichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu schützen".

Im einzelnen sollen Angestellte, die bis zu 50.000 Euro im Jahr verdienen, auf fünf Prozent ihres Gehaltes verzichten. Als Zuckerl kommt von Magna das Angebot von bis zu vier zusätzlichen Urlaubstagen. (apa/red)