85.000 Fans feiern F1-Weltmeister: Vettel drehte Ehrenrunde vor Brandenburger Tor

23-Jähriger düste mit "Randy Mandy" durch Berlin "In letzten zwei Wochen wurden viele Träume wahr"

Gewöhnlich rast der frisch gebackene Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit mehr als 250 km/h über die Rennstrecke. Bei seiner Ehrenrunde vor dem Brandenburger Tor galt aber auch für ihn die Straßenverkehrsordnung. Zumindest, was die Geschwindigkeit anging, denn mehr als Tempo 50 war nicht erlaubt.

Den bei Minusgraden auf der Berliner Fanmeile ausharrenden Fans wurde trotz Tempolimits einiges geboten: Mit quietschenden Reifen und ohrenbetäubendem Motorenlärm brauste der mit 23 Jahren jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte auf der auf mehreren hundert Metern zur Rennstrecke umgebauten Straße des 17. Juni an ihnen vorbei - dank Sondergenehmigung mit spiegelglatten Sommerreifen.

Doch bevor der Red-Bull-Pilot Vollgas geben konnte, musste sein auf den Namen "Randy Mandy" getaufter Rennwagen RB6 erst einmal auf Betriebstemperatur vorgewärmt werden. Erst in allerletzter Minute wurden die Heizdecken von dem 750 PS starken Motor genommen. Dann startete Vettel durch und ließ sprichwörtlich Gummi auf der Fanmeile liegen.

Ehrenrunde vor Brandenburger Tor
"In den letzten zwei Wochen sind viele Träume wahr geworden", sagte Vettel vor Journalisten. Mit der Ehrenrunde vor dem Brandenburger Tor erfülle sich nun ein weiterer Traum. Von der Siegessäule auf das Brandenburger Tor zuzufahren, sei "kein schlechtes Gefühl", schwärmte der Heppenheimer nach der ersten von zwei actionreichen Showeinlagen, in denen er die Reifen qualmen ließ und die Straße mit kreisrunden Bremsspuren markierte.

Vettel präsentierte sich seinen Fans wie gewohnt gut gelaunt. Er verteilte stapelweise Autogrammkarten und klatschte an der Rennstrecke postierte Motorsportfreunde ab. Nach Angaben des Veranstalters waren 85.000 Zuschauer zum Brandenburger Tor gekommen. Für Stimmung sorgte auch Smudo von den Fantastischen Vier, der in einem mit Biodiesel betankten Rennwagen über die Fanmeile düste, sowie Stuntmotorrad-Weltmeister Chris Pfeiffer.

(apa/red)