800 Fallschirmjäger landen in den Favelas:
Weitere Armenviertel in Rio abgeriegelt

200 bewaffnete Drogenbandenmitglieder geflüchtet Polizei mit Panzern und Helikopter gegen Banden

Unterstützt von rund 800 Fallschirmjägern der Armee hat die Polizei in Rio de Janeiro damit begonnen, die Zufahrtswege zu einem weiteren Armenviertel der Zuckerhut-Metropole abzuriegeln. 200 bewaffnete Mitglieder einer Drogenbande hatten sich nach Alemao geflüchtet, nachdem die Sicherheitskräfte am Donnerstag unterstützt von Panzern und Hubschraubern das von der Gang beherrschte Armenviertel Vila Cruzeiro gestürmt hatten. Beobachter vermuteten, dass auch die Erstürmung Alemãos bevorstehen könnte.

Bei dem am Montag begonnenen Einsatz der brasilianischen Sicherheitskräfte gegen die Drogenbanden kamen nach offiziellen Angaben bisher 38 Menschen ums Leben. Allerdings sind dabei nicht die Opfer berücksichtigt, die zunächst nur verletzt wurden und erst später ihren Verletzungen erlagen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden allein im Getulio-Vargas-Krankenhaus in den vergangenen drei Tagen 33 Verletzte behandelt, von denen sechs gestorben seien.

Der Einsatz gegen die Rausgiftbanden, an dem mehr als 20.000 Einsatzkräfte von Polizei und Militär beteiligt sind, ist nach Angaben der Polizei der größte in der brasilianische Geschichte. Knapp 200 mutmaßliche Drogenkriminelle seien festgenommen worden. Auch mit Blick auf die Austragung der Fußball-WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio wollen die brasilinischen Behörden die Macht der Drogenbanden in den Elendsvierteln brechen.

(apa/red)