80 Kilo Kokain im Gepäck: Gericht verurteilt sieben Österreicher zu Haftstrafen

Urteil des LG Korneuburg im zweiten Rechtsgang Richterspruch ist noch immer nicht rechtskräftig

80 Kilo Kokain im Gepäck: Gericht verurteilt sieben Österreicher zu Haftstrafen © Bild: APA/Artinger

Wegen Suchtgifthandels sind am Landesgericht Korneuburg sieben Angeklagte zu Freiheitsstrafen von 18 Monaten bis sieben Jahren verurteilt worden. Den Österreichern (im Alter zwischen 29 und 58 Jahren), fünf Männern und zwei Frauen - war vorgeworfen worden, aus der Dominikanischen Republik insgesamt 80 Kilo Kokain, versteckt in Tarnbehältern im Reisegepäck, ins Land gebracht zu haben.

Das Strafausmaß begründete sich mit der errechneten Menge von 30 Kilo reinem Kokain. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, die Urteile sind somit nicht rechtskräftig.

Die Beschuldigten hatten zugegeben, als Drogenkuriere fungiert zu haben. Der Prozess unter Vorsitz von Richter Manfred Hohenecker war der zweite Rechtsgang, nachdem der Oberste Gerichtshof das Urteil der ersten Verhandlung vom Juni 2008 aufgehoben. Die damals ausgesprochenen Strafen lagen höher als heute. Der Hauptangeklagte erhielt sieben (vorher acht) Jahre Haft, der Zweitangeklagte fünf, die Tochter des Erstbeschuldigten drei, ein weiterer Beschuldigter zwei Jahre. Drei Personen, darunter auch jene Frau, die sich erst im Lauf der zweiten Verhandlung schuldig bekannt hatte, wurden zu je 18 Monaten verurteilt.

Kokain in Rumfässchen geschmuggelt
Den Ausführungen des Staatsanwaltes zufolge war der Hauptangeklagte in der Dominikanischen Republik verheiratet. Seine Frau habe ihm die lukrativen Transporte vorgeschlagen, die er dann selbst durchführte und in seiner Heimatstadt Wien Bekannte als Kuriere anwarb. Das Kokain wurde in Rumfässchen und -flaschen sowie Dosen u.a. für Haargel versteckt - in Pulver- und flüssiger Form, mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 65 bzw. 40 Prozent.

Eine Kellnerin bekannte sich eingangs nicht schuldig - sie habe die Rumfässchen und Dosen in einem Hotelzimmer von der Tochter des Angeklagten zum Einpacken bekommen, weil deren Koffer zu voll gewesen sei. Der Wiener sagte hingegen aus, der Frau erzählt zu haben, dass er "Chemikalien" aus der "Dom-Rep" "herüber" brachte, die für Holland bestimmt seien. Er schlug ihr vor, Urlaub, Flug und 2.000 Euro zu bezahlen, wenn sie das auch täte. "Der Zoll schaut eh nicht."

Schwerpunktaktion in Schwechat
Wie die NÖ Sicherheitsdirektion zu dem Fall im Frühjahr 2008 mitteilte, waren drei Verdächtige im Zuge einer behördlichen Schwerpunktaktion am Flughafen Wien in Schwechat kontrolliert worden. Im Gepäck der aus dem Karibikstaat kommenden Österreicher (zwei Männer und eine Frau) fanden sich 20 Kilogramm Kokain. Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurden weitere mutmaßliche Drogenkuriere ausgeforscht. Sie sollen mit 2.000 bis 5.000 Euro pro Flug entlohnt worden sein. Insgesamt seien seit 2006 rund 80 Kilo Kokain ins Land gebracht und in der Folge in Pkw in die Niederlande transportiert worden. Neben den sieben Verdächtigen wurden acht weitere Personen angezeigt, die aber keine Kenntnis von dem Drogenschmuggel hatten.

(apa/red)