80-jährige Österreicherin seit August in Griechenland vermisst: Kritik an Behörden!

Sohn wartet auf Identifizierung gefundener Leiche "Von Polizei und Botschaft unzureichend unterstützt"

80-jährige Österreicherin seit August in Griechenland vermisst: Kritik an Behörden!

Schwere Vorwürfe gegen griechische und österreichische Behörden erhebt der Sohn einer Niederösterreichin, die seit 13. August des Vorjahres in Rhodos in Griechenland als vermisst gilt. Die Frau aus Ternitz im Bezirk Neunkirchen war von einer Wanderung auf der griechischen Insel nicht zurückgekehrt. Am 24. Dezember wurde dort eine Leiche, vermutlich die damals 80-Jährige Frau, entdeckt. Der Sohn wartet allerdings noch immer auf eine Identifizierung.

Die Polizei in Rhodos und die österreichische Botschaft in Athen hätten nach Ingeborg Mahler unzureichend gesucht beziehungsweise wenig bis gar nicht kooperiert, so die Kritik des Sohnes. "Gemeinsam haben sie es geschafft, die Suche nach der Vermissten nicht zu betreiben, zu behindern oder zumindest nicht zu unterstützen", teilte Heinrich Mahler mit. Nachdem bekannt geworden war, dass Ingeborg Mahler als abgängig gilt, reiste Heinrich Mahler mit seinem Sohn nach Rhodos, um die Suchaktion zu forcieren. "Wenn wir nicht hingefahren wären, dann wäre überhaupt nichts passiert. Eine Vermisstenanzeige wäre ausgestellt worden, mehr aber nicht", so Mahler gegenüber der APA.

Die Suchaktion erwies sich freilich als erfolglos. Kritik übt Mahler nun an der griechischen Exekutive, die lediglich mit einem Suchhund - und das fünf Tage nach Verschwinden - nach der Frau gesucht hatte. Für eine privat organisierte Hundestaffel wurde keine Genehmigung erteilt. Nach der erfolglosen Erkundung nahm die Kriminalpolizei in Österreich sämtliche Spuren (DNA, Fingerabdrücke, Röntgenbilder) auf, um im Falle eines Auffindens eine möglichst schnelle Identifizierung zu ermöglichen.

Am 24. Dezember des Vorjahres wurde dann auf Rhodos die Leiche einer älteren Dame entdeckt. Sie hatte ein Brillenetui aus Neunkirchen dabei. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die vermisste Ingeborg Mahler handelt, ist groß. Bis heute wartet der verzweifelte Sohn Mahlers allerdings auf eine Identifizierung. "Dazu sind die griechischen Behörden nicht in der Lage." Obwohl inzwischen Röntgenbilder nach Griechenland gegangen sind, wird der Mann seit mehr als drei Monaten vertröstet: "Wir wissen noch nichts. Sie werden von uns hören wenn es etwas Neues gibt," hieß es laut Mahler mehrmals lapidar von der österreichischen Botschaft in Athen.

Unterdessen war die Auswertung der Röntgenbilder auf der griechischen Insel abgeschlossen. Es könne laut Schnetzer nicht eindeutig bewiesen werden, dass es sich bei der gefundenen Leiche im Dezember des Vorjahres "einwandfrei um Ingeborg Mahler handelt." Das Landeskriminalamt werde nun - in Absprache mit den griechischen Behörden - weitere Schritte zur Feststellung der Identität vornehmen.

Botschaft "war kooperativ"
Den Vorwurf der Gleichgültigkeit gegenüber der österreichischen Botschaft wies Georg Schnetzer vom Außenministerium gegenüber der APA zurück."Die Botschaft hat sich von Anfang an kooperativ gezeigt und die Zusammenarbeit mit den griechischen Behörden forciert," sagte Schnetzer. Demnach wurde auch laufend Kontakt mit den Ermittlern auf Rhodos gehalten. (apa)