73. Straßen-WM eröffnet: Salzburg für eine ganze Woche der Nabel der Radsport-Welt

Tausende Radfans sind auf Mirabellplatz gekommen<br>Österreich hofft auf zweite WM-Medaille nach 1987 Straßenrennen am Sonntag absoluter Höhepunkt

Pünktlich zur Eröffnungsfeier der 73. UCI Straßen-WM in der Stadt Salzburg zeigte sich der Wettergott gnädig und ließ keine Regentropfen mehr auf den Mirabellplatz fallen. Rund 2.500 Radfans sahen bei freiem Eintritt die einstündige, eher unspektakulär verlaufende Zeremonie, die mit drei Kanonensalven und einem Klangfeuerwerk ohne Zwischenfälle beendet wurde.

Im Zieleinlauf zwischen Schloss Mirabell und Andräkirche, dort, wo sich in den kommenden fünf Tagen die Rennen entscheiden, herrschte schon vor Beginn der Eröffnung großes Gedränge. Die VIPs, Extra Guests und Akkreditierten nahmen auf den Tribünen Platz, das "Fußvolk" versuchte von der Rainerstraße aus einen Blick auf die Bühne, die Vidi-Wall und Andräkirche zu ergattern, auf die ein bunter Pulk von rund 100 Radsportlern projiziert wurde.

Der freie Eintritt war ungewöhnlich für die Eröffnung einer Rad-WM. Der Veranstalter erfüllte damit den Wunsch des Salzburger Bürgermeisters Heinz Schaden, mit den Salzburgern und seinen Gästen zu feiern. Schaden spielte gleich zu Beginn der Zeremonie die Hauptrolle im Eröffnungsfilm. Im offiziellen UCI-Outfit der WM trug er sein Fahrrad aus seinem Büro über die Stufen des Schloss Mirabell und absolvierte dann das, "was mir wirklich Spaß macht": Er radelte vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Mozartstadt bis nach Hellbrunn und wieder retour. Das Publikum war beeindruckt und applaudierte. Dann folgte ein weiterer Kurzfilm über die Besonderheiten und Sportmöglichkeiten des Salzburger Landes.

Bürgermeister mit Rad zur Eröffnung
Zu seiner Eröffnungsrede am Mirabellplatz kam der Bürgermeister ebenfalls mit dem Rad und im UCI-Trikot. "Ich hoffe, dass die WM den Radsport und den Sport allgemein hier noch populärer macht", sagte Schaden und übersetzte "aus Respekt vor den Gästen" alles selbst ins Englische. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer und der Präsident des Österreichischen Radsportverbandes, Otto Flum, taten es ihm gleich und übersetzten ihre Reden für die fremdsprachigen Touristen selbst.

"Die Rad-WM ist die größte sportliche Veranstaltung, die Salzburg je gesehen hat", betonte Burgstaller und war froh darüber, "dass der Regen gestoppt wurde". Schweitzer zeigte sich hoffnungsvoll, das neben der Fußball-EM 2008 auch die Olympischen Winterspiele 2014 nach Salzburg kommen.

"Wunderschönes Festival" erwartet
Der Präsident des Weltradsportverbandes (UCI), Pat McQuaid, erwartete sich ein "wunderschönes Festival für den Sport und einen fairen Verlauf" der WM. Nach seinen Worten "the championship is open" hisste ein Mitglied der Bürgergarde die UCI-Fahne. Drei Kanonensalven gingen los, dann tanzten Traditionsvereine Walzer - auch die Landeshauptfrau machte mit. Erstmals kam richtig Stimmung im Publikum auf, die Zuseher klatschten zum Dreivierteltakt.

Kurz vor 21.30 Uhr feuerte die Salzburger Firma Pyrovision ihre Raketen vom Mirabellgarten aus ab. Leider konnten die Zuseher am Mirabellplatz wegen des Tribünendaches nur einen Teil des Klangfeuerwerks sehen. Laut Polizei besuchten 2.500 Menschen die Eröffnungsfeier. Zu Zwischenfällen war es nach Angaben der Exekutive nicht gekommen.
(apa)