7.100 Soldaten vor Heimkehr: Brown will
Irak-Abzug britischer Truppen vorbereiten

Künftiger Premier bereit, US-Beziehung zu gefährden Schatzkanzler plant Erklärung zu Rückzug der Armee

7.100 Soldaten vor Heimkehr: Brown will
Irak-Abzug britischer Truppen vorbereiten

Der designierte Premierminister Großbritanniens, Gordon Brown, will nach Zeitungsangaben eine Kehrtwende in der Irak-Politik vollziehen und die britischen Soldaten rasch abziehen. US-Präsident Bush sei von Beratern gewarnt worden, dass Brown bereit sei, die traditionell engen Beziehungen zwischen London und Washington durch baldigen Abzug der 7.100 britischen Soldaten zu gefährden.

Brown hat laut einem unbestätigten Bericht der konservativen Zeitung "The Sunday Telegraph" vor, eine Erklärung zum Truppenrückzug innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt abzugeben. Der bisherige Finanzminister löst Blair am 27. Juni ab. Zu diesem Datum hatte Blair Anfang Mai nach zehn Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt. Blair hatte Bush im Irak-Krieg so rückhaltlos wie kein anderer Verbündeter der USA unterstützt.

Der Zeitung zufolge will Brown mit dem Truppenrückzug auch seine eigene Popularität bei der Bevölkerung stärken. Blair hatte sich mit der Unterstützung des Krieges an der Seite der USA bei den Briten unbeliebt gemacht. Brown hatte erklärt, im Irak seien Fehler gemacht worden. Er kündigte eine Überprüfung der bisherigen Politik an. Jedoch betonte er dabei, dass London zu den gegenüber der Regierung des Iraks übernommenen Verpflichtungen stehen werde.

Nach Angaben des "Sunday Telegraph" haben "hochrangige" Persönlichkeiten im Pentagon sowie im Nationalen Sicherheitsrat der USA "Befürchtungen über Brown" geäußert. Ein hochrangiger Regierungsbeamter habe gesagt: "Wir befürchten eine Geste von ihm, die die Position der Regierung der Vereinigten Staaten erheblich schwächen wird."

Demgegenüber sagte ein Vertrauter Browns der Zeitung: "Diese Befürchtungen sind unbegründet. Gordon ist ein entschlossener Unterstützer des atlantischen Bündnisses." (apa)