ESC 2017 von

Song Contest: Was
Sie wissen müssen

Wie ist der ESC entstanden? Wer sind die Topnationen? - die wichtigsten Antworten

 Eurovision Song Contest 2017 in Kiew © Bild: APA/Sergei SUPINSKY / AFP

Der Eurovision Song Contest feiert heuer in Kiew seine 62. Ausgabe. Doch wie wird eigentlich über den Austragungsort entschieden? Welche Nationen sind top und wer floppt? Antworten auf 10 entscheidende Fragen zum großen Musikevent.

THEMEN:

1. Wie ist der Eurovision Song eigentlich entstanden?

Im Jahr 1955 beschloss die Europäische Rundfunkunion (EBU) - ein Zusammenschluss der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten diesseits des Eisernen Vorhangs – ein gemeinsames Projekt: den Grand Prix of the Eurovision. 1956 wurde der Musikwettbewerb erstmals in der Schweiz veranstaltet - mit nur sieben teilnehmenden Ländern. Österreich hatte damals den Anmeldeschluss verpasst.

Lys Assia
© 2004 Getty Images/Keystone / Freier Fotograf Die Schweizerin Lys Assia war 1956 die erste Gewinnerin des Eurovision Song Contests mit dem Lied "Refrain".

2. Warum heißt der Song Contest nicht mehr Grand Prix?

Der Wettbewerb hat viele Namen: Im deutschsprachigen Fernsehen nannte man ihn anfangs Grand Prix Eurovision de la Chanson oder auf Deutsch Großer Preis der Eurovision, die erste Ausgabe in Lugano hatte den italienischen Titel Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europea. Schon 1960 hieß der Wettbewerb in Großbritannien Eurovision Song Contest, 1992 wurde dieser Titel international anglisiert vereinheitlicht.

3. Welche Kriterien entscheiden über den Austragungsort?

Nach den ersten drei Wettbewerben in der Schweiz, in Deutschland und den Niederlanden (1956/1957/1958) wurde die Regel eingeführt, dass jeweils das Siegerland den nächsten ESC ausrichten darf. Doch in der Vergangenheit wurde auch schon auf diese Ehre verzichtet meist wegen der hohen Kosten. Die Niederlande (1960), Frankreich (1963), Monaco (1972) und Luxemburg (1974) ließen Großbritannien ran; Israel überließ 1980 den Niederlanden den Grand Prix.

 ESC in wien
© APA/GEORG HOCHMUTH ESC in Wien

4. Wie viele Länder haben bisher teilgenommen?

Insgesamt 52 Länder finden sich in den Ergebnislisten des ESC, darunter auch Kleinstaaten wie Andorra, Monaco und San Marino. Marokko ist das einzige afrikanische Land, das bis dato mit von der Partie war (1980). Von den unabhängigen Staaten Europas haben bis dato einzig Liechtenstein und der Vatikan noch nie einen Kandidaten ins Rennen geschickt. Allerdings bemüht sich der liechtensteinische 1 FL TV schon um eine EBU-Mitgliedschaft und eine Teilnahme am ESC.

5. Wer sind die Top- und Flopnationen?

Irland ist mit sieben Siegen top, auch wenn der letzte Gewinn 20 Jahre zurückliegt; Deutschland liegt bei den Teilnahmen vorne: 61 Mal war die Bundesrepublik bisher dabei (Österreich 50 Mal). Großbritannien ist Top-Gastgeber, achtmal war der ESC auf der Insel zu Gast. Als Flopländer kann man wohl jene bezeichnen, die nie gewonnen haben - das sind immerhin 26 von 52 Teilnehmern. Von diesen sind Andorra und Montenegro die schlechtesten: Sie haben insgesamt 0 Punkte auf ihrem Eurovisionsfinalkonto.

Österreich hat bis jetzt zweimal den Sieg geholt: Conchita Wurst gelang 2014 mit "Rise Like A Phoenix" ein Triumph für Österreich. Der zweite Sieger ist Udo Jürgens. Er vertrat seine Heimat von 1964 bis 1966. Im Jahr 1966 gewann er dann den Wettbewerb mit "Merci Cherie".

6. Was bringt der ESC den Musikern?

Viele Wettbewerbslieder landen zumindest in den Hitparaden ihrer Heimatländer auf den vorderen Plätzen. Doch einige Songs schaffen es auch international in die Charts, allen voran "Waterloo", mit dem ABBA 1974 den Sieg holte und eine Weltkarriere startete.

ABBA Waterloo
© Getty Images/John Downing ABBA 1974

7. Wie kommt es, dass auch nichteuropäische Länder am Eurovision Song Contests teilnehmen?

Die Teilnehmerländer desEurovision Song Contests richten sich nicht nach der geografischen Lage in Europa, sondern nach der Mitgliedschaft in der Rundfunkunion EBU (European Broadcasting Union) mit Hauptsitz in Genf. Die 1950 gegründete EBU hat derzeit 73 Mitglieder in 56 Ländern, wozu auch Nationen Nordafrikas und des Nahen Ostens gehören. Daher dürfen auch Länder wie Israel oder Marokko am ESC teilnehmen.

Australien ist heuer bereits zum dritten Mal mit an Bord des Song-Contest-Tankers. Der Grund: Im Jubiläumsjahr 2015 hatte sich der ORF für den Auftritt des ESC-begeisterten Landes stark gemacht. Und ob des erfolgreichen Einsatzes bleibt man einfach dabei.

8. Wer sind die Fixstarter?

Einen garantierten Startplatz im Finale haben grundsätzlich immer die größten Geldgeber der European Broadcasting Union (EBU) und der Titelverteidiger. 2017 bildet sich dieser erlauchte Kreis aus folgenden sechs Ländern: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien als "Big Five" sowie die Ukraine als Titelverteidiger und Gastgeber.

9. Welche Regeln gibt es beim ESC?

- Der Wettbewerbssong darf nicht länger als drei Minuten sein. Politische Botschaften etwa auf T-Shirts oder Bannern, per Handzeichen oder verbal sind verboten. Dabei dürfen maximal sechs Menschen, aber keine Tiere auf der Bühne stehen.

- Alle 42 Länder, die beim diesjährigen ESC teilnehmen, sind beim Finale stimmberechtigt - auch jene, die bereits in den Halbfinalen ausgeschieden sind.

- Die Zuschauer können erst dann für ihren Favoriten anrufen oder eine SMS schicken, wenn alle 26 Finalisten gesungen haben. Beibehalten wird heuer die Neuerung aus dem Vorjahr, dass die Punkte der Jurys und der Zuschauerabstimmung nicht pro Land kombiniert, sondern einzeln gewertet werden. Konkret vergibt damit jedes Land also zweimal 12 Punkte.

- Sollte es trotz allen mathematischen Bemühungen letztlich einen Gleichstand zwischen zwei Ländern geben, gewinnt jenes Land, das kombiniert von den meisten Ländern Punkte bekommen hat.

10. Was hat Riverdance mit ESC zu tun?

Der weltweite Siegeszug der keltischen, armlosen Tanzformation ist dem ESC zu verdanken, zog die Truppe doch während des Eurovision Song Contests 1994 im irischen Dublin mit einer Pausenaufführung die Aufmerksamkeit auf sich.

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© Video: News.at

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