62. Schneefest in Sapporo: Japanische Stadt lockt mit Schnee, Süßigkeiten und Sushi

Eisskulpturen faszinieren Hunderttausende Besucher Inselreich ist Schauplatz des riesigen Schneefestivals

Mit Schnee, Charme und Melone - so präsentiert sich die größte Stadt der nordjapanischen Provinz Hokkaido, Sapporo, seinen Gästen im Winter. Das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum der nördlichsten Hauptinsel Japans ist dem einen oder anderen noch als Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1972 in Erinnerung. Die mit rund 1,8 Millionen Einwohnern fünftgrößte Stadt des fernöstlichen Inselreiches ist zudem Schauplatz des weltberühmten Schneefestes (7. - 13. Februar).

Mit seinen eindrucksvollen Skulpturen, die das Zentrum von Sapporo alljährlich in eine Märchenwelt aus Schnee und Eis verwandeln, gilt das Festival als das größte der Welt. Die Skulpturen sind bis zu zehn Meter hoch und dreißig Meter breit und wurden aus 1000 und mehr Lastwagenladungen Schnee gefertigt. Häufigstes Motiv: Berühmte Gebäude aus aller Welt. Für das Yukimatsuri wurden auch diesmal wieder in wochenlanger Arbeit rund 250 Skulpturen geschaffen. Doch Sapporo hat noch weit mehr zu bieten als bloß Schnee und Eis.

Die Geschichte der Stadt
städtische Leben pulsiert um die 105 Meter breite und einige Kilometer lange Grünanlage im Zentrum. In ihrem Umkreis finden sich noch einige Bauten im Pionierstil der Gründerzeit. Die am Nordwestrand der Ishikari-Ebene gelegene Stadt ist relativ jung. Sapporo, dessen Name vermutlich aus der Sprache der Ureinwohner Nord-Japans, den Ainu, stammt und von "Sat-poro" (ein trockenes und weites Gebiet) oder "Sari-Poro-Pet" (ein Ort mit großem Sumpf) herrühren soll, wurde von 1869 bis 1871 im Zuge der Kolonalisierung Hokkaidos nach amerikanischem Vorbild schachbrettartig angelegt.

In Susukino wird Vergnügen groß geschrieben
Im Gegensatz zu fast allen anderen Städten Japans ist das rund eineinhalb Flugstunden von Tokios Flughafen Haneda entfernte Sapporo denn auch sehr übersichtlich und großzügig. Zugleich verfügt Sapporo mit seinem im Süden des Zentrums gelegenen Stadtteil Susukino über das wohl quirligste Vergnügungsviertel im ganzen Land. Hier drängen sich mehr als 5.000 Bars, Nachtclubs, Geschäfte und Restaurants.

Heiße Quellen bringen Entspannung
Wer lieber Entspannung bevorzugt, findet sie in den berühmten heißen Quellen, den Onsen. Ebenso gesund und genüsslich sind die vielfältigen kulinarischen Spezialitäten der Region. So ist Hokkaido reich an frischen Meeresfrüchten, Sushi sollte man sich also nicht entgehen lassen. Und dazu ein frisches Bier vom Fass, denn auch als Bier-Brauerei ist Sapporo eine bekannte und gute Adresse.

Schlaraffenland auf Japanisch
Und schließlich rühmt sich Sapporo als "Königreich der Süßigkeiten". Mit seinen frischen Früchten und frischer Milch fertigt die Region eine große Auswahl an Konfekt und erfreut sich damit insbesondere unter den Frauen großer Beliebtheit. Leckereien wie der Kuchen "Schoko Mont Blanc" machten landesweit von sich Reden. Aber auch mit Eiscreme lockt die Stadt, unter anderem mit dem Geschmack von Vanille oder der berühmten Yubari-Melone. Die edle Frucht wird unter höchst schwierigen Bedingungen im harten Winter Hokkaidos gezüchtet. Rekordpreis bei einer Auktion zum Saison-Auftakt: satte 800.000 Yen (5.064 Euro).

(apa/red)