600 Zusteller verlieren noch heuer Job: Post will mit Auslagerung 35 Millionen sparen

NEWS: Privatfirmen dürfen nun auch Briefe bringen Gewerkschaft stellt die Weichen bereits auf Streik<br> IHRE MEINUNG: Gehört die Zustellung privatisiert?

Die Post-Konkurrenz scharrt bereits in den Startlöchern: Wenn der Postmarkt 2011 völlig liberalisiert wird, können private Firmen mit eigenen Briefträgern zum Postfuchs werden. Das kann sich als gutes Geschäft erweisen, weil die Österreichische Post AG zu hohe Kosten hat. Die Löhne der Briefträger liegen laut Experten gut 30 Prozent über dem Marktdurchschnitt.

600 Zusteller verlieren noch heuer Job: Post will mit Auslagerung 35 Millionen sparen

Post-General Rudolf Jettmar, seit zehn Jahren Finanzvorstand und ein echter Zahlenfuchs, will die Kosten in den Griff bekommen. Wie NEWS exklusiv in Erfahrung bringen konnte, hat Jettmar bereits seine Zustimmung zur Post-Offensive gegeben. Der Plan, vom Post-Vorstand unkommentiert, kurz gefasst: Die Post privatisiert sich selbst und wird dadurch effizienter. Jettmars Vorgabe: Es darf keine Kündigungen geben, und in der Zentrale selbst müssen innerhalb eines Jahres 35 Millionen Euro eingespart werden, um ein Zeichen zu setzen.

Im Detail sollen die Pläne wie folgt funktionieren:


  • Die Post stellt keine neuen Briefträger mehr ein
  • Allein bis Jahresende gehen rund 600 Zusteller
  • Und die Zustellung zu privaten Briefkästen erfolgt im Ersatz durch Dritte, die nicht mehr Postler, sondern "Partner der Post" sind


Medien.Zustell GmbH
Im ersten Schritt wird dieser Dritte eine 100-prozentige Post-Tochter sein, nämlich die "Medien.Zustell GmbH". Dieses Unternehmen beschäftigt Arbeitnehmer zu einem privatwirtschaftlichen Kollektivvertrag samt Sozialversicherung. Die Post erspart sich nach dieser Rechnung bis Ende 2009 bei 600 Arbeitsplätzen etwa 30 Prozent der Kosten.

Start in Wien. Der Startschuss fällt laut NEWS-Informationen schon in den kommenden Tagen in Wien. In den Bezirken Brigittenau und Simmering wird die Post ab der jeweiligen Zustellbasis dann von privaten Austrägern übernommen und verteilt.

Wenn die Kalkulation des Post-Vorstandes aufgeht, könnte damit ein doppelter Coup gelingen: Zum einen würden die Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert, zum anderen wäre die Post AG perfekt auf die Liberalisierung vorbereitet. Jene Unternehmen, die der Post Konkurrenz machen wollten, sind dann vermutlich bereits als Post-Partner mit an Bord. Im Paketdienst funktioniert das System bereits. Dort sind rund 50 Speditionen als Paketzusteller im Auftrag der Post unterwegs.

Vorbild Post-Partner
Vorbildfunktion hat auch des Erfolgsmodell Post-Partner mit dem Post-im-Shop-Konzept. "Unser Ziel ist es, die flächendeckende gute Versorgung mit Postdienstleistungen in Österreich auszubauen und langfristig abzusichern. Das gelingt uns, indem wir 300 kleine und seit Jahren defizitäre Postämter durch 450 moderne Post-Partner ersetzen", erklärt Götz.

Marcus R. Leeb

Lesen Sie im aktuellen NEWS 20/09, warum 2047 für die Post ein historisches Jahr werden könnte

Kommentare

Briegträger! ICH WILL NICHT, DASS MEINE POST IN PRIVATE HÄNDE KOMMT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Sehr viele von den privaten Paketausträgern können nichteinmal die richtige Adresse lesen :-(( und daher
WILL ICH NICHT, DASS MEINE POST IN PRIVATE HÄNDE KOMMT!!!!!!

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Diese Politik!!!!! Also ich muss auch mal meinen Unmut preisgeben. Denn es kann ja nicht sein, dass alles privatisiert wird, die oberen Herren sich immer noch alles herausnehmen und das kleine arbeitende Volk um ihre Existenz bangen muss. Es ist ja immerhin noch so, dass wir Steuerzahler das System aufrechterhalten sollten. Denn wir zahlen ja eh brav und die oberen Herrschaften verschleudern einfach das ganze Vermögen, siehe AUA, ÖBB, Post und vor allem Banken. Wenn man nicht bald umdenkt, dann nimmt das kein gutes Ende mehr.

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Re: Diese Politik!!!!! leider hast du vollkommen recht. die paketaustragung durch die privaten firmen funktioniert fast nie und
hausbesorger gibt es auch fast keine mehr obwohl die mieter gerne wieder welche hätten.
ich möchte nicht, dass meine post in private hände kommt!!!!!!!

Die ewige Privatisierung Jaja verkauft ruhig alles. Unsere Banken, unsere Post unser Land und unser Wasser...
Wo diese Privatisierung hinführt sieht man ja. In die Hände von ein paar Reichen die sich im Geld baden, während wieder mal Hunderte ihren eh schon harten Job verlieren.
Zum kotzen seid ihr alle da oben.
Das diese privaten Zusteller auf Quantität und nicht auf Qualität wert legen, haben sie mir persönlich bereits oft genug bewiesen (Pakete im Wert von mehreren Hundert Euro einfach verschlampt. Musste dann Monate auf meine Pakete warten wegen der Ersetzung usw. und dann war die Lieferung auch noch hochgradig beschädigt!!!!).
Einfach nur elendig sowas...

Wer bringt wohl den Herren im Vorstand die Post? Da fragt man sich doch, ob sich diese betreffenden Herren ihren Sinn für Realität noch bewahrt haben. Man privatisiert ja auch nicht das Straßennetz und lässt dann ganze Straßenzüge auf, nur weil es sich auf diesen nicht tagtäglich staut und ergo keine gewinnbrigende Auslastung vorhanden ist. Der reinste Irrsinn, landet die Post doch früher oder später wieder in der öffentlichen Hand, aber bis dahin werden wohl von den privaten Contractors noch viele Paketstücke und Sendungen die Donau runter schwimmen, denn so genau nimmt man\'s da ja nicht.

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Wohin die Privatisierung führt Wohin diese übermäßige Privatisierung geführt hat, haben ja die Banken bewiesen. Sie gehören jetzt alle wieder dem Staat, weil in der hochgelobten Privatwirtschaft nur gepfuscht wurde und man mit Staatsgeld im Milliardenbereich aushelfen musste. Da war der Vater Staat- sprich wir Steuerzahler - dann wieder gut genug. Bruno schau oba!

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Re: Wohin die Privatisierung führt Brauchst aber eh nit oba schaun. Das BZÖ in Kärnten (Uwe Scheuch) hat sich in seiner Hilflosigkeit eh schon auf dich berufen

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Zurück zur Post? Keine Kündigungen und trotzdem Stellenabbau! Na dann brauch ich mir wohl keine Hoffnungen machen, nach m.Karzenzzeit im Mai 2011 wieder als Zustellerin bei der Post arbeiten zu können....

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Re: Zurück zur Post? du wirst sicher einen job als zustellerin wieder bekommen. fragt sich nur wo und wie du dort hin kommst :-(((
das ist den politikern aber dann egal :-((
ich wünsche dir alles gute

diewilde melden

Post ist besser als GLS Letztens habe ich was aus Deutscheland bestellt...kam durch GLS. Es war zwar schnell, wurde aber auf einer Tankstelle hinterlegt, ohne Benachrichtigung an mich, nur weil auf meinem Klingelknopf ein anderer Name steht...na Prost Mahlzeit. Beider Post hab ich sowas nie erlebt...dort hatte man noch Anstand!

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Re: Post ist besser als GLS Vielleicht war die Tankstelle ein Postpartner ha, ha, ha....
Entschuldigung!!!! Aber wenn das nicht zum Lachen wäre dann müsste ich ja weinen.

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Re: Post ist besser als GLS das traurige ist, dass viele peivate paketausträger nichteinmal die adresse lesen können.
sie kleben ganz einfach irgendwo ihre zettel bzgl. der zu liefernden pakete hin, ob die adresse stimmt oder nicht est egal.

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Re: Post ist besser als GLS Schon mal als Zusteller bei einer Privaten Firma gearbeitet ...????
Wenn nicht dann sag ich dir mal was!
Ich arbeite jetzt jeden tag ca 14 stunden ohne pause hab ca 200 pakete zum zustellen und bin jeden tag nervlich und körperlich ko und wenn dann so ein kommentar kommt dann könnt ich ausrasten!!!

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Re: Post ist besser als GLS Wenn ihr zu dumm seit einmal an eurer glocke ein namensschild anzubringen dann weiss ich auch nicht wie ihrs überhaupt geschafft habt eine bestellung aufzugeben weil da müsst ihr sogar euren eigenen namen wissen!
und falls du jetzt auf die glorreiche idee kommst das ich im briefkasten suchen sollte dann sag ich dir nochwas .... gehst du bei 150 stopps pro tag bei jeder scheiss wohnung wos bis zu 50 haushalte giebt im briefkasten namen suchen?
Und weil du das wort "anstand" verwendet hast wir haben sowohl echte "postler" als auch private in unserer firma und wenn du neben den postlern stehst und die verdienen fast ums doppelte mehr wie du und nochdazu fahren sie die schöneren touren dann verliert man irgendwann seinen anstand!

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