57.100 verletzten sich 2006 im Haushalt:
Hauptgrund ist laut KfV der "Alltagstrubel"

70 Prozent der Unfälle finden in der Küche statt Kochen und Putzen sind Gefahrenfelder Nr. 1

Im Jahr 2006 haben sich rund 57.100 Menschen bei Haushaltsarbeiten so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Besonders betroffen sind demnach Frauen; zwei Drittel (66 Prozent) der Unfälle entfielen auf diese Personengruppe. Hauptgrund für die Verletzungen ist "der Alltagstrubel".

37 Prozent der Befragten gaben Ablenkung und mangelnde Konzentration als Unfallursache an, weitere 17 Prozent Stress und Eile. Mit insgesamt 67 Prozent sind Kochen und Putzen die Gefahrenfelder Nummer eins, heißt es in der Untersuchung. Insgesamt verbrühten oder verbrannten sich im vergangenen Jahr etwa 8.300 Menschen in den eigenen vier Wänden und mussten danach im Spital behandelt werden.

Auch Kinder stark gefährdet
Neben Frauen sind vor allem Kleinkinder gefährdet: 39 Prozent der Verbrennungs- und Verbrühungsopfer waren jünger als fünf Jahre - "dabei machen Kleinkinder nur fünf Prozent der Bevölkerung aus", so das KfV. 70 Prozent dieser Unfälle finden in der Küche statt. Die häufig verletzten Körperteile waren Hände und Arme (40 Prozent) sowie Füße und Beine (23 Prozent). Bereits der Inhalt einer Tasse reiche aus, um bei Kleinkindern 30 Prozent der gesamten Körperoberfläche zu verbrühen - schon ab 15 Prozent Hautverbrennung entstehe eine lebensgefährliche Situation, heißt es in der Aussendung.

Ein Griff auf die heiße Backofentür oder die Herdplatte sei oft dem "kindlichen Entdeckungsdrang" zuzuschreiben. Dabei seien die meisten Verletzungen durch den Einsatz moderner Küchengeräte oder einfache Maßnahmen wie Herdschutzgitter vermeidbar, hieß es seitens des Kuratoriums.

(apa/red)