55 Punkte auf 24 Seiten starkem Dokument:
EULAC-Gipfel-Schlusserklärung in Auszügen

"Souveränes Recht" auf natürliche Ressourcen

Die 60 Staats- und Regierungschefs der EU, Lateinamerikas und der Karibik haben bei ihrem vierten Gipfeltreffen ihre Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Erklärung dargelegt. Auf 24 Seiten wird in 55 Punkten eine große Bandbreite der politischen, wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Kooperation der beiden Weltregionen abgedeckt. Die APA dokumentiert die wichtigsten Passagen in Auszügen:

STÄRKUNG DER ZUSAMMENARBEIT - "Wir (...) bestätigen unser Engagement für eine weitere Förderung und Intensivierung unserer biregionalen strategischen Partnerschaft. (...) Wir werden die Zusammenarbeit zwischen der EU und Lateinamerika und der Karibik in allen Bereichen im Geiste gegenseitiger Achtung, Gleichheit und Solidarität erweitern und vertiefen. Ausgehend von unseren besonderen historischen und kulturellen Bindungen sind wir entschlossen, das Potenzial für ein gemeinsames Handeln unserer Regionen so weit wie möglich zu steigern."

DEMOKRATIE - "Wir bekräftigen, dass die Demokratie ein universaler Wert ist, (...) es jedoch kein einheitliches Demokratiemodell gibt und dass Demokratie nicht einem Land oder einer Region gehört."

VEREINTE NATIONEN - Wir "bestätigen unser Engagement für ein starkes und effizientes multilaterales System, das sich auf das Völkerrecht stützt, von starken internationalen Institutionen getragen wird und in dessen Mittelpunkt die Vereinten Nationen stehen. Wir bekräftigen unser Engagement für eine umfassende Reform und Neubelebung der Vereinten Nationen zur Stärkung ihres demokratischen Charakters sowie ihrer Repräsentativität, Transparenz, Verantwortlichkeit und Effizienz."

VÖLKERRECHT - "Wir werden die Einhaltung des Völkerrechts weiterhin fördern und die Bindung an eine auf internationalen Regeln beruhende Ordnung verstärken. Mehr denn je sind heute das allgemeine Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit und das Vertrauen in das System zur Verhinderung oder Sanktionierung von Rechtsbrüchen Voraussetzungen für dauerhaften Frieden und Sicherheit."

TERRORISMUS - "Wir verurteilen aufs Schärfste alle Terroranschläge sowie die Finanzierung und die Unterstützung des Terrorismus und die Anstiftung zu Terroranschlägen. Wir verpflichten uns, im Wege der gegenseitigen Zusammenarbeit den Terrorismus in allen seinen Formen und Ausprägungen ungeachtet des Ortes und der Täter zu unterbinden, zu bekämpfen und zu eliminieren. (...) Wir fordern alle Staaten nachdrücklich auf, mutmaßlichen Terroristen keine Zuflucht zu gewähren."

DROGEN - "Wir bekräftigen, dass wir uns gemäß dem Grundsatz der gemeinsamen Verantwortung und auf der Grundlage eines globalen, integrierten Konzepts für das weltweite Problem der illegalen Drogen dafür einsetzen, die Zusammenarbeit zu verstärken und die vorhandenen Verfahren für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen in vollem Maße zu nutzen, insbesondere durch den Mechanismus zur Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen der EU, Lateinamerika und der Karibik im Bereich der Drogenbekämpfung und den Dialog auf hoher Ebene zwischen der EU und der Andengemeinschaft."

UMWELT - "Wir erkennen an, dass der Wohlstand unserer Regionen langfristig in starkem Maße von einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Fähigkeit abhängt, eine Entwicklung zu gewährleisten, die dem Nachhaltigkeitsgebot in all seinen Aspekten Rechnung trägt. (...) Wir bekräftigen unser starkes Engagement für die Bewältigung der Klimaänderung. Wir begrüßen das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls und fordern die Staaten, die ihm nicht beigetreten sind, nachdrücklich auf, dies unverzüglich zu tun."

ENERGIE - "In Anbetracht der schnellen Veränderung der globalen Parameter für die Energiepolitik sehen wir die Notwendigkeit einer engeren regionalen und internationalen Zusammenarbeit im Energiesektor. (...) Wir erkennen das souveräne Recht der Staaten an, ihre natürlichen Ressourcen zu verwalten und deren Nutzung zu regeln, werden jedoch gleichzeitig unsere Zusammenarbeit so fortsetzen und intensivieren, dass ausgewogene Rahmenbedingungen für die Handelsbeziehungen und besser miteinander zu vereinbarende Regelsysteme geschaffen werden."

WACHSTUM/ARMUT - "Wir bekräftigen unser Engagement für die Förderung eines ausgewogenen und nachhaltigen Wirtschaftswachstums mit dem Ziel, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, und für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. (...) Wir unterstreichen unser Engagement für die Beseitigung von Armut, Ungleichheit, sozialer Ausgrenzung und aller Formen von Diskriminierung."

MIGRATION - "Wir sehen die Notwendigkeit, den Nutzen der Migration sowohl für beide Regionen als auch für die Migranten selbst zu vergrößern. Wir verpflichten uns deshalb, unseren umfassenden Dialog über Migration fortzusetzen, indem wir unsere Zusammenarbeit und unser gemeinsames Verständnis von Migration in all ihren Erscheinungsformen in beiden Regionen vertiefen." (apa)