51 Leichen in Bagdad entdeckt: Neue Welle der Gewalt sorgt für Blutvergießen im Irak

Tausende Soldaten können Morde nicht verhindern US-Soldat schilderte vor Gericht Mord an Iraker

In der irakischen Hauptstadt Bagdad hat die Polizei mehr als 50 Leichen entdeckt. Patrouillen haben 51 Leichen mit Schussverletzungen in verschiedenen Bezirken der Stadt gefunden. Erneut sind Dutzende von Menschen bei Gefechten oder Attentaten um Leben gekommen.

Das US- Militär tötete in der südirakischen Stadt Diwanija bei Kämpfen mit einer Schiiten-Miliz nach eigenen Angaben rund 30 Freischärler. Ein Selbstmordattentäter riss an einem irakischen Militärkontrollpunkt in Tel Afar, 80 Kilometer westlich von Mossul, mindestens zehn Menschen, darunter zwei Soldaten, mit in den Tod.

US-Truppen und irakische Sicherheitskräfte legten die Erdölstadt Kirkuk mit einer groß angelegten Razzia gegen Aufständische lahm. Unterdessen wurde ein US-Sanitäter von einem Militärgericht in Camp Pendleton (US-Bundesstaat Kalifornien) wegen Beihilfe zur Ermordung eines Irakers zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Bei dem Gefecht in Diwanija erlitten das US-Militär und die ihm zugeteilten irakischen Regierungstruppen nach Angaben des US- Militärkommandos in Bagdad keine Verluste. Die US- und irakischen Verbände seien von Milizionären des radikalen schiitischen Predigers Moktada al-Sadr angegriffen worden, als sie einen lokalen Führer der Sadr-Miliz festnehmen wollten.

Während der Razzia in Kirkuk wurden 148 Personen festgenommen, darunter eine Frau, die des Terrorismus verdächtig sei. Die Hauptstadt der nördlichen Provinz Tamim ist zwischen sunnitischen Arabern, Kurden und Turkmenen umkämpft und leidet unter häufigen Anschlägen. Die Provinz ist reich an Ölvorkommen.

Der Sanitäter musste sich in dem Militärgerichtsverfahren zusammen mit sieben Marineinfanteristen wegen Mordes an einem Iraker verantworten. Weil er geständig war und gegen die Mitangeklagten aussagte, kam er mit einer leichten Strafe davon. Nach seinen Aussagen hatten die sieben US-Marines im April einen irakischen Zivilisten kaltblütig erschossen, nachdem ihnen ihre ursprüngliche Zielperson, ein angeblicher Aufständischer, entkommen war.

(apa)