51 Europäische Tunel auf dem Prüfstand: Jeder fünfte ist bei dem Test durchgefallen

Brinje-Tunnel in Kroatien war heuer der Testsieger Steirischer Herzogberg-Tunnel erreichte den 4. Platz

51 Europäische Tunel auf dem Prüfstand: Jeder fünfte ist bei dem Test durchgefallen

Ernüchternde Erkenntnisse lieferte der europäische Tunneltest des ÖAMTC. Jede fünfte Röhre ist bei dem Check durchgefallen. Österreich landete dabei erneut im Spitzenfeld, dennoch gibt es einige Mängel. So ist zum Beispiel fast zehn Jahre nach der Katastrophe im Tauerntunnel die zweite Röhre noch immer nicht fertig gestellt.

Insgesamt standen beim heurigen Tunneltest 51 europäische Straßentunnel auf dem Prüfstand, acht davon aus Österreich. 18 Tunnels erhielten die Note "Sehr Gut", elf ein "Gut", zwölf Röhren ein "ausreichend", "bedenklich" waren immerhin drei Tunnel und sieben erhielten mit "mangelhaft" die rote Karte. Die Überprüfungen werden nach der geltenden Europäischen Tunnelrichtlinie durchgeführt. Den Testsieger stellt erstmals Kroatien. Platz zwei geht an Deutschland, ein tschechischer Tunnel schaffte es auf den dritten Rang. Platz vier erreichte der steirische Herzogberg-Tunnel. Obwohl Italien das Land mit den meisten Straßentunnels Europas ist, weigerte man sich erneut, Tests zuzulassen.

Der Testsieger
Der Testsieger ist Brinje-Tunnel auf der A1 zwischen Zagreb und Split. Er ist 1.540 Meter lang, hat zwei Röhren und mehr als 9.000 Fahrzeuge pro Tag benutzen ihn. Fertig gestellt wurde er erst vor drei Jahren. Der Tunnel verfügt über Ampeln und variable Info-Tafeln vor den Portalen, lückenlose Videoüberwachung, automatische Erfassung von Verkehrsstörungen, Pannenbuchten, lärmgeschützte Notrufe und Feuerlöscher alle 250 Meter, automatisches Brandmeldesystem, eine rund um die Uhr besetzte Leitzentrale und vieles mehr an technischen Neuerungen.

Ausbau von Tunnel
Einen gar nicht rosigen Ausblick in die Zukunft wagte ÖAMTC-Experte Matzke, was den Ausbau der einröhrigen Tunnel in Österreich angeht: "Er wird noch mehr als zehn Jahre dauern und erfordert Investitionen in Milliardenhöhe." Inzwischen seien bei "fast allen lebensgefährlichen einröhrigen Autobahntunnel die zweiten Röhren in Bau". Ab den Jahren 2008 und 2009 werden diese für Katschberg-, Tauern-, Roppener- sowie den Lainberg-Tunnel im Zuge der Pyhrnautobahn und dem Ganzsteintunnel der Semmering Schnellstraße (S6) bei Mürzzuschlag fertig gestellt.

Verzögerungen
"Verzögerungen gibt es beim Pfändertunnel, die zweite Röhre wird erst heuer begonnen", so Matzke, der mit einer Fertigstellung erst im Jahr 2012 rechnet. Auch im Gleinalmtunnel auf der Pyhrnautobahn (A9) ist noch eine zweite Röhre ausständig. Deren Bau wurde laut Club aber noch nicht in Angriff genommen, zuerst soll die Brucker Schnellstraße (S35) als Ausweichstrecke fertig gestellt werden. Matzke: "Das Projekt hinkt allerdings dem Bauzeitplan um mehr als ein Jahr nach." (APA/red)