500 Touristen befragt: Wien-Besucher wünschen sich Shoppen auch am Sonntag

Nur wenige kommen derzeit zum Einkaufen in Stadt Hoteliersvereinigung fordert baldigen Pilotversuch

Die Österreichische Hoteliersvereinigung (ÖHV) hat ihre Forderung nach einer weiteren Liberalisierung der Ladenöffnung in Wien mit einer Studie untermauert: Demnach spricht sich mehr als die Hälfte der Touristen für längere Öffnungszeiten aus. Laut der vom Gallup-Institut durchgeführten Umfrage würden Wien-Besucher vor allem am Sonntag gerne einkaufen gehen. Die ÖHV zeigte sich überzeugt, dass die Wiener Geschäfte durch verlängerte Öffnungszeiten eine deutliche Umsatzsteigerung erzielen könnten.

Laut ÖHV-Präsident Peter Peer wurden 500 Touristen befragt, und zwar im Juni des heurigen Jahres. Als Hauptmotiv für einen Wien-Besuch nannten demnach 26 Prozent von ihnen "Kultur, Sehenswürdigkeiten und Theater", lediglich 3 Prozent kamen hauptsächlich zum Shoppen nach Wien. "Das ist schade", meinte Peer.

Die Ladenöffnungszeiten werden im Vergleich mit anderen Städten als "durchschnittlich" bewertet, berichtete der ÖHV-Präsident. 27 Prozent der befragten Wien-Touristen - laut ÖHV also fast 1 Mio. Menschen - sind der Meinung, dass die Geschäfte in Wien "eher kurz" bzw. "sehr kurz" geöffnet sind. Gut die Hälfte der Touristen (53 Prozent) spricht sich für längere Öffnungszeiten aus.

Laut Peer hat vor allem die kaufkräftigste Gruppe, also die Gäste der Fünf-Sterne-Hotels, den Wunsch nach zusätzlichen Einkaufszeiten. In Sachen Sonntag sei das Ergebnis noch beeindruckender: 60 Prozent aller Wien-Touristen möchten am Sonntag shoppen.

Die ÖHV zeigt sich überzeugt, dass durch längere Geschäfts-Öffnungszeiten die Chance auf zusätzliche Umsätze besteht: Die Sonntagsöffnung würde dem Wiener Handel laut Hochrechnungen ein jährliches Umsatzplus von 26,5 Mio. Euro bescheren. 8 Prozent der Touristen haben zudem angegeben, bei längeren Öffnungszeiten auch länger in der Stadt zu bleiben, was nach Angaben der ÖHV für den Handel weitere 10 Mio. Mehrumsätze bringen würde.

Peer forderte einen Pilotversuch an acht Sonntagen im Jahr, an denen die Geschäfte die Erlaubnis zum Aufsperren bekommen sollten. Konkret geht es um die vier Sonntage vor Weihnachten und um weitere vier an "tourismusrelevanten" Tagen, etwa bei großen Kongressen.

"Jede Stunde Öffnungszeit mehr ist für Wien interessant", betonte ÖHV-Chef Peer. Er befürwortet auch klar eine 24-Stunden-Öffnung bei der Fußball-EM 2008 oder auch zu Weihnachten - was in einigen deutschen Bundesländern inzwischen möglich ist.

Uneigennützig, so betonte er, seien die Forderungen keineswegs. Denn auch die Wiener Hotellierie würde von einer weiteren Liberalisierung profitieren, zeigte sich Peer überzeugt. Die ÖHV hat in Wien 126 Mitgliedsbetriebe. (apa/red)