50 Millionen Euro Verlust eingefahren: AUA vervierfacht Minus im ersten Quartal 2008!

Prognosen für laufendes Jahr sind pessimistisch Treibstoffpreise und Billigfluglinien belasten die AUA

50 Millionen Euro Verlust eingefahren: AUA vervierfacht Minus im ersten Quartal 2008! © Bild: APA/Schneider

Die börsenotierte Fluggesellschaft Austrian Airlines hat ihre Verluste im ersten Quartal 2008 vervielfacht. Das Betriebsergebnis (EBIT) verschlechterte sich gegenüber der Vorjahresperiode von minus 12,5 auf minus 50,1 Mio. Euro. Die gestiegenen Treibstoffpreise mit einem Allzeithoch von 1.116,8 Dollar (700,6 Euro) je Tonne am 16. März 2008 (Jet Fuel Rotterdam) und der starke Preiswettkampf mit den Billigfluglinien hätten die Durchschnittserträge belastet, teilte das Unternehmen mit.

Der bereinigte Betriebsverlust habe sich von 20,6 auf 42,2 Mio. Euro verdoppelt - bereinigt um das Ergebnis aus Anlageverkäufen, sonstige Kosten der Abgabe von Flugzeugen, stichtagsbezogene Fremdwährungsbewertungen sowie Wertminderungen aufgrund der Bewertung von Flugzeugen.

Das Ergebnis gedrückt hätten der Preiswettkampf am Standort Wien und der Produktionsrückgang auf der Langstrecke. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Einstellung der Langstreckenrouten mit Ende des ersten Quartals 2007 zu einem verzerrten Quartalsvergleich führe.

Umfeldbedingungen verschärft
Aufbauend auf die im Geschäftsjahr 2007 geschaffene "solide Basis und Neuausrichtung" der Austrian Airlines Group sei der Start in das Jahr 2008 maßgeblich durch eine weitere Verschärfung der Umfeldbedingungen und externen Einflussfaktoren geprägt gewesen, teilte AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch mit und äußerte sich auch pessimistisch zum weiteren Geschäftsverlauf: "Aufgrund des aktuellen Ölpreises wird es schwierig sein, die Performance von 2007 zu wiederholen. Wir rechnen daher aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2008 wegen der zeitversetzten Wirkung der tarif- und zuschlagseitigen Maßnahmen mit einem gegenüber 2007 reduzierten bereinigten EBIT."

Die Erreichung des für das Geschäftsjahr 2009 angestrebten dividendenfähigen Gewinns "stellt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar".

Erlöse gesunken
Die Umsatzerlöse gingen im ersten Quartal 2008 um 6,4 Prozent auf 525,3 Mio. Euro zurück. Die "maßgeblich durch die Redimensionierung der Langstrecke" getriebene Reduktion der Flugumsätze des ersten Quartals im Linienverkehr habe durch den fortgesetzten Expansionskurs der Gruppe in den Kernmärkten teilweise kompensiert werden können. Die Flugumsätze verringerten sich um 7,4 Prozent auf 500,4 Mio. Euro. Die darin inkludierten Flugumsätze des Segments Charter beliefen sich in den ersten drei Monaten bei stabiler Entwicklung auf 29,8 Mio. Euro.

Darüber hinaus sei die Verminderung der Betriebsleistung um 6,7 Prozent auf 543,4 Mio. Euro trotz gestiegener Flugzeugvermietungs- und Personalbeistellungserlöse auf eine Reduktion des Ergebnisses aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten zurückzuführen.

Nettogeldfluss gesunken
Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit lag mit 43,8 Mio. Euro um 36,5 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Der Bestand an liquiden Mitteln verringerte sich zwischen Jänner und März von 219,3 auf 205 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote verringerte sich in den ersten drei Monaten von 27,7 auf auf 25,5 Prozent.

Der Betriebsaufwand sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,3 Prozent auf 593,5 Mio. Euro zurückgegangen. Bedingt durch die aktuelle Ölpreisentwicklung sei es zu einer Erhöhung des Treibstoffaufwands auf 108,9 Mio. Euro gekommen - trotz Kapazitätsrücknahme aus der Einstellung der Australienrouten und positiver Dollar-Euro-Wechselkurs- und Hedging-Effekte. Produktionsbereinigt lag der Anstieg des Treibstoffaufwands gegenüber dem Vorjahr bei 20,5 Mio. Euro.

Eine Überkompensation erfolgte den Angaben zufolge primär durch reduzierte Aufwendungen für Kommissionen, langfristige Flugzeugmieten und Fremdüberholungen und führte zu einem Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen von 348,6 Mio. Euro (-0,5 Prozent). Einem Rückgang der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter standen in den ersten drei Monaten kollektivvertraglich vereinbarte Index-Abgeltungen und Vorrückungen gegenüber; dies führte zu einem Personalaufwand von 125,3 Mio. Euro (-0,3 Prozent).

(apa/red)