5 Tatverdächtige nach Christenmorden in U-Haft: Insgesamt bisher 12 Festnahmen

Türkei: Drei Opfer wurden gefesselt und gefoltert Verdächtige wollten 'Feinden des Islam' Lehre erteilen

Vier Tage nach den grausamen Morden in einem Bibelverlag in der osttürkischen Stadt Malatya ist gegen die mutmaßlichen Mörder Haftbefehl ergangen. Fünf der insgesamt zwölf Festgenommenen, vier Männer und eine Frau, wurden in Untersuchungshaft genommen. Die noch am Tatort gefassten 19 und 20 Jahre alten Männer würden der Bildung und Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung sowie des terroristischen Mordes beschuldigt, berichteten türkische Medien.

Gegen die 18-jährige Frau, eine Freundin des mutmaßlichen fünften Angreifers, erging Haftbefehl wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Dem Mordanschlag waren ein 46-jähriger Deutscher und zwei zum Christentum übergetretene Türken zum Opfer gefallen. Sie waren an Stühle gefesselt und mit Messern regelrecht gefoltert worden. Medienberichten zufolge handelten die Mörder aus religiös-nationalistischen Motiven. Im Polizeiverhör sollen die Tatverdächtigen angegeben haben, sie hätten den "Feinden" des Islams eine Lehre erteilen wollen.

Der mutmaßliche fünfte Angreifer konnte bisher nicht vernommen werden. Er war beim Zugriff der Polizei aus dem Fenster gesprungen und hatte sich dabei schwer verletzt. Er wird als Anführer der Gruppe angesehen. Die übrigen sechs Beschuldigten, die im Zuge der Ermittlungen festgenommen worden waren, ließ das Gericht bis zu Beginn des Prozesses frei.

(apa/red)