45.000 Todesopfer jährlich in Österreich: Kampagne 'Schach dem Herztod' angelaufen

Bei eindeutigen Beschwerden sofort 144 anrufen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen fordern pro Jahr in Österreich bis zu 45.000 Todesopfer. 13.000 Patienten kommen mit der Diagnose Herzinfarkt ins Spital, 4.000 bis 6.000 sterben noch vorher. Das ist das Hauptmotiv für die vom Gesundheitsministerium und der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft gestarteten Kampagne "Schach dem Herztod".

Laut Gesundheitsministerin Rauch-Kallat geht es darum, "möglichst viele Menschenleben zu retten." Rund 13.000 Patienten seien im Jahr 2004 im Spital wegen eines akuten Herzinfarkts behandelt worden. Weitere 4.000 bis 6.000 seien nicht mehr ins Spital gekommen, weil sie unmittelbar nach Auftritt der Symptome starben. Die Spitalssterblichkeit liege immer noch bei 16 Prozent.

Die Misere liegt daran, dass für die modernsten Methoden zur Wiedereröffnung eines beim Infarkt verstopften Herzkranzgefäßes am besten nicht mehr als 90 Minuten zwischen erstem Arztkontakt und optimaler Behandlung per Koronarkatheter und Aufdehnung bzw. Implantierung einer Gefäßstütze ("Stent") oder einer Auflösung des Blutgerinnsels per Medikament (Thrombolyse) vergehen dürfen. Optimal wäre die Kathetertherapie (PCI). Sie allein könnte schon in neun von zehn Fällen erfolgreich sein und so Leben bzw. durch Wiederherstellung der Sauerstoffversorgung Herzmuskel-Anteile retten.

Doch die Österreicher warten bei verdächtigen Symptomen wie plötzlichen und anhaltenden Schmerzen unter dem Brustbein, im Oberbauch bzw. ausstrahlend in den linken Arm, ins Kiefer etc. und/oder plötzlicher Luftknappheit viel zu lange. Laut Prim. Dr. Peter Gaul vom Hanuschkrankenhaus Wien dauert es im Durchschnitt bis zum Alarm 139 Minuten. Das sei viel zu lang. Wenn solche Beschwerden länger als fünf Minuten dauern, sollte sofort die 144 angerufen werden. (apa)