4.000 Iraner in Nürnberg? Verband rechnet mit zahlreichen WM-Fans gegen Mexiko!

Auch Ahmadinejad könnte nach Deutschland reisen

Der iranische Fußballverband rechnet beim ersten WM-Spiel der iranischen Nationalmannschaft am 11. Juni gegen Mexiko mit rund 4.000 iranischen Fans. Wie viele davon direkt aus dem Iran anreisen, sei derzeit aber noch nicht abschätzbar, sagte der Präsident des Iranischen Fußballverbandes, Mohammad Ali Dadkan, bei einem Besuch in Nürnberg, wo das Auftakt-Match der Iraner stattfindet.

"Wir gehen davon aus, dass Landsleute aus vielen Teilen der Welt zu der Begegnung kommen", sagte Dadkan. Der hohe Preis für ein aus Karten, Visum, Versicherung, Flug, Hotel, Transport und Fan-Artikeln bestehendes WM-Paket für iranische Fußballfans von umgerechnet fast 3.800 Euro hatte in den vergangenen Wochen in den iranischen Medien wiederholt für Schlagzeilen gesorgt.

Damit ist nach Einschätzung von Beobachtern die Reise nach Deutschland für die allermeisten Iraner unbezahlbar, beträgt doch das durchschnittliche Monatseinkommen im Iran gerade einmal 200 Dollar. Bisher sind nach Informationen aus dem Iran kaum mehr als zehn Prozent des dem Land zustehenden Kartenkontingents von 8.413 verkauft.

Unklar ist nach Dadkans Angaben derzeit noch, ob auch der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad zu der Auftaktbegegnung der iranischen Nationalelf anreisen wird. "Das ist aber durchaus möglich. Unser Präsident mag Fußball. Er besucht öfters Spiele unserer Nationalmannschaft", sagte der Chef des Fußballverbandes.

Die von Bayers Innenminister Günther Beckstein (CSU) geäußerte Befürchtung, das Spiel Iran-Mexiko habe wegen möglicher Ausschreitungen eine besondere politische Brisanz, teilte der iranische Fußballfunktionär nicht. "Die Gefahr terroristischer Anschläge oder politischer Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Fußball-Begegnung sehe ich nicht. Diejenigen, die zu dem Spiel kommen, sind alle friedliche Fußballanhänger." (apa)