Dinosaurier-Knochen aus
dem 3D-Drucker

Aufwendige Präparierung nicht mehr notwendig: Knochen aus Fossil nachgebildet

von Dinosaurier © Bild: Thinkstock/Purestock

"Wir können einen Knochen im Gestein sehen und nachbilden, ohne das Fossil überhaupt anzufassen. Das Elegante ist, dass wir nichts zerstört haben", erklärte die Forscherin. Über die "virtuelle Präparation" berichtete die Wissenschafterin in der US-Fachzeitschrift "Radiology".

Für das Freilegen von Knochen aus den Sedimenten bräuchten Präparatoren normalerweise Wochen oder Monate. Außerdem bestehe immer die Gefahr, Bereiche des Original-Knochens zu zerstören, sagte die Expertin. Die Computertomografie erlaube es, den Knochen im Sediment genau zu erkennen. Der 3D-Drucker könne relativ kostengünstig eine Kopie aus Kunststoff anfertigen.

Knochendurcheinander als Anlass

Anlass für die Knochen-Kopie war eine Anfrage aus dem Berliner Naturkundemuseum. Dort gerieten nach einer Bombenexplosion im Zweiten Weltkrieg Präparate von Grabungen aus Afrika und Deutschland durcheinander. Bis heute ist die Herkunft verschiedener Funde nicht geklärt.

"Um zu verstehen, was zu welcher Grabung gehört, müssten wir jedes einzelne Objekt öffnen", sagte der Dinosaurier-Forscher und Gastwissenschaftler am Naturkundemuseum, Oliver Wings. Die CT-Technik sei für Paläontologen unglaublich hilfreich. Das untersuchte Knochen-Fossil habe sich als ein vor über 80 Jahren geborgener Wirbel eines etwa 210 Millionen Jahren alten Plateosaurus aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt erwiesen.

Die Arbeit mit Computertomografen sei unter Paläontologen schon verbreitet. Die Berliner Forscher gehörten aber zu den ersten, die die Daten unpräparierter Knochen für einen 3D-Druck genutzt hätten. "In Zukunft werden 3D-Drucke zum Standard", ist Wings überzeugt.

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