36-stündiger Pilotenstreik bei Lufthansa: 360 Flüge der CityLine wurden gestrichen

Laut Lufthansa ist der Streik "sehr überraschend" Kritik von Personalvorstand: "Zumutung für Kunden"

36-stündiger Pilotenstreik bei Lufthansa: 360 Flüge der CityLine wurden gestrichen © Bild: apa/epa/Marks

Schon wieder haben Streiks den Lufthansa-Passagieren zu schaffen gemacht: Wegen eines Pilotenstreiks sind heute neunzig Prozent der Flüge der Konzerntochter Cityline gestrichen worden, wie die Kranich-Airline mitteilte. Demnach fielen 360 von 400 Flügen zu deutschen und europäischen Zielen aus. Auch morgen, Freitag, drohen demnach Ausfälle. Streik-Schwerpunkte waren Lufthansa zufolge die Flughäfen München, Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf.

Betroffene Fluggäste sollten auf Alternativflüge oder die Bahn umgebucht werden. Im Tarifstreit mit Cityline hatte die Pilotengewerkschaft Cockpit die Flugkapitäne der Airline kurzfristig zum Warnstreik bis Freitag aufgerufen.

"Sehr überraschend gekommen"
Der Streikaufruf sei aus Sicht der Lufthansa "sehr kurzfristig, sehr überraschend" gekommen, sagte Konzernsprecher Thomas Jachnow. Lufthansa-Sprecherin Claudia Lange nannte den Streik "inakzeptabel". Cityline habe den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten - sowie zusätzliche Einmalzahlungen für Flugkapitäne von 7.000 Euro und für Ko-Piloten in Höhe von 5.000 Euro. Cityline habe zudem Anfang August "noch weiteren Verhandlungsspielraum signalisiert". Es gebe weiter die Möglichkeit einer Schlichtung.

Cockpit erklärte indes, Cityline sei in monatelangen Tarifgesprächen nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingegangen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem, dass die Gehälter der Cityline-Piloten an die Löhne der Kollegen beim Mutterkonzern angeglichen werden. Die Lufthansa hatte dies mehrfach zurückgewiesen mit dem Hinweis, Cityline könne nur bei niedrigeren Piloten-Gehältern konkurrenzfähig arbeiten.

Nur innerdeutsche Ziele betroffen
Cityline bedient ausschließlich innerdeutsche und innereuropäische Ziele. Insgesamt bietet die Lufthansa nach eigenen Angaben täglich rund 1.800 Flüge innerhalb Deutschlands oder Europas an, von denen nun durch den Streik rund 20 Prozent wegfallen. Cityline-Passagiere können sich auf der Internetseite www.lufthansa.com oder bei der kostenlosen Hotline 0800-8506070 über ihre Flüge informieren.

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche vor wenigen Wochen hatten sich Cockpit zufolge bei einer Urabstimmung rund 99 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für "unbefristete Streikmaßnahmen" ausgesprochen. Bereits im Juli rief die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf, die ebenfalls zahlreiche Flugausfälle zur Folge hatten.
(apa/red)