337.000 Zuseher und ganz viel Lob: Radsport-WM war "sensationeller Erfolg"

Befürchtetes Verkehrschaos blieb zum Glück aus

Super Stimmung, tolle Atmosphäre, 337.000 Zuseher und kein Verkehrschaos: Von allen Seiten erntete Salzburg viel Lob für die Austragung der Rad-WM. "Die WM ist für uns sensationell erfolgreich gelaufen", freute sich der Generalsekretär des Organisationskomitees (OK), Wolfgang Weiss, in einer ersten Bilanz.

"Es war eine perfekte Kooperation zwischen dem OK Rad-WM und allen beteiligten Gruppen; von den Volunteers bis zu den Sicherheitskräften, Rettungseinheiten und Vertretern der öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch der liebe Gott meinte es gut mit uns, bescherte uns das beste Wetter. Vielleicht war das der Lohn für die harte Arbeit in den letzten Jahren", zeigte sich Weiss erleichtert.

Ins selbe Horn stieß ÖRV-Präsident Otto Flum: "Es gibt Lob auf allen Linien. Aussagen, wie Salzburg war eine der schönsten Weltmeisterschaften der letzten 20 Jahre, tun sehr gut. Die WM-Organisatoren der nächsten Jahre haben sich schon bei Generalsekretär Wolfgang Weiss über die Organisationsabläufe erkundigt. Mich freuen besonders die Zahl der Besucher und vor allem die Begeisterung des Publikums. Es wurden alle Erwartungen übertroffen. Alles in allem erlebten wir eine Deluxe-Veranstaltung, alle organisatorischen Rädchen haben funktioniert und es sind traumhafte Bilder von Salzburg in die ganze Welt gegangen."

Auch für Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (S) ist es "toll gelaufen". "Besser hätte es nicht sein können. Ich bin regelrecht dankbar dafür." Er freute sich über die "Volksfeststimmung", die unter den Zusehern geherrscht habe. Bis zuletzt sei ihm auch nicht ein besonderer Kritikpunkt zu Ohren gekommen. Viele Salzburger hätten ihre Autos zu Hause gelassen, betonte der Bürgermeister.

Internationale Medienvertreter schlossen sich den Komplimenten an. "Salzburg war der ideale Boden für eine Rad-WM. Es gibt hier sehr viele hilfsbereite Menschen, das Klima war optimal. Salzburg hat für Stuttgart, wo nächstes Jahr die WM stattfindet, die Latte sehr hoch gelegt", sagte etwa Karsten Migels vom TV-Spartensender Eurosport. Rosen streute auch Philippe Le Gars von der französischen Sportzeitung "L'Equipe": "Seit 1993 war ich bei jeder Rad-WM. Die in Salzburg hatte bisher die beste Organisation mit einer tollen Kulisse. Es war sehr angenehm, in Salzburg zu arbeiten."

Viel Lob erntete das "sehr disziplinierte" Publikum von den Einsatzkräften. "Es lief bis jetzt sehr ruhig und geordnet ab", sagte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Bernd Pertertill. Die rund 300 Mitarbeiter leisteten bis kurz vor Rennschluss während der gesamten WM 57 Personen Erste Hilfe, 17 wurden in die umliegenden Spitäler gebracht. Außer einem Schweizer Mitarbeiter des ORF-Kamerateams, der bei einem Motorradunfall Rippenbrüche erlitten hatte, handelte es sich um leichte Verletzungen. Probleme mit Alkohol habe es nicht gegeben, so Petertill.

Positiv fiel die erste Bilanz auch für die Polizei aus. "Aus unserer Sicht ist es ausgezeichnet gelaufen", sagte der stellvertretende Landespolizeikommandant Franz Ruf. "Das Publikum war sehr angenehm, die Stimmung fröhlich." Wie zuvor standen auch am WM-Schlusstag 663 Polizisten mit 60 Motorrädern im WM-Einsatz, 455 alleine im Verkehrsdienst.

Während des Straßenrennens der Herren standen so viele Zuseher entlang der Strecke, dass kaum mehr eine Lücke zu sehen war. Rund 150.000 Radfans sahen sich das Rennen der Elite an. Die Campingplätze in Elixhausen und Hallwang hatten allerdings noch viele Kapazitäten frei. In Elixhausen, wo 6.000 Stellplätze vorgesehen waren, standen nur 180 Camper. Die meisten Radfans stellten ihre Zelte und Wohnmobile entlang der Strecke auf.

(apa/red)