308.00 Fahrzeuge mit Airbag-Problemen:
Toyota muss neuerlich Autos zurückrufen

Gurtstraffer könnte durch Fehlfunktion Airbag auslösen Autobauer kämpft nach wie vor mit Lieferengpässen

308.00 Fahrzeuge mit Airbag-Problemen:
Toyota muss neuerlich Autos zurückrufen
© Bild: Reuters/Gress

Der japanische Autokonzern Toyota startet erneut einen Rückruf auf dem wichtigen US-Markt. Dieses Mal machen die Airbags in 308.000 Geländewagen Probleme. Bei einer Fehlfunktion bestimmter Sensoren könne es passieren, dass die Gurtstraffer aktiviert würden und zudem die Kopf-Airbags auslösten, teilte Toyota am Donnerstag mit.

Betroffen von dem Defekt sind die Geländewagen-Modelle RAV4 und Highlander aus den Jahren 2007 und 2008. Das Problem beschränke sich aber auf den nordamerikanischen Markt, ließ Toyota wissen. Andernorts sei das fehlerhafte Sicherheitssystem nicht verbaut worden. Der kleine Geländewagen RAV4 wird in anderer Ausstattung auch in Deutschland verkauft.

Erst vor einer Woche hatte Ford auf Drängen der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA 1,2 Millionen Pick-up-Trucks wegen selbst auslösender Airbags zurückrufen müssen. Nach dem Debakel um klemmende Gaspedale bei Millionen Toyota-Autos sind die Hersteller und die Behörden übervorsichtig.

Toyota war damals vorgeworfen worden, den Rückruf verschleppt zu haben und die NHTSA musste sich anhören, geschlafen zu haben. Allerdings hatten sich am Ende die weitaus meisten Unfälle mit Toyota-Wagen als Fehler der Fahrer herausgestellt. Dennoch muss Toyota darum kämpfen, seinen Ruf in den Vereinigten Staaten wieder herzustellen.

Lieferengpässe nach Katastrophen in Japan
Nach der Katastrophen-Serie in Japan rechnet Toyota erst für November oder Dezember mit einer Normalisierung der Produktion. Das gab der Konzern am Freitag bekannt. Das Erdbeben vom 11. März und seine Folgen hatten Toyota hart getroffen. Erst in dieser Woche war die Fertigung an allen Standorten in Japan wieder angelaufen, allerdings vorerst nur mit halber Auslastung. Es fehlen immer noch Teile von Zulieferern. Toyotas eigene Komponentenwerke fielen ebenfalls zwischenzeitlich aus. Deshalb ruckelt es auch bei der Produktion im Ausland.

So musste Toyota seine Fertigung in Nordamerika kürzlich wegen fehlender Teile aus Japan noch weiter herunterschrauben. Die Standorte des Autobauers außerhalb Japans erhalten zwar die meisten Teile von Zulieferern in der Region, doch einige wichtige Komponenten wie die Elektronik beziehen sie weiterhin aus dem Heimatland. Auch in Europa musste der Konzern seine Fertigung drosseln.

(apa/red)