300.000 € Kaution: bwin-Vorstände Norbert Teufelberger und Manfred Bodner wieder frei

Paris: Verfahren wegen Verstoßes gegen Glücksspiel

300.000 € Kaution: bwin-Vorstände Norbert Teufelberger und Manfred Bodner wieder frei

Die beiden in Südfrankreich festgenommenen Vorstände des börsennotierten österreichischen Sportwettenanbieters bwin, Norbert Teufelberger und Manfred Bodner, befinden sich wieder auf freiem Fuß. Die beiden Vorstände seien unmittelbar nach ihrer Einvernahme vor einem Gericht in Nanterre bei Paris gegen eine Kaution von in Summe 300.000 Euro freigelassen worden, teilte bwin mit.

Der Untersuchungsrichter habe ein Verfahren wegen angeblichen Verstoßes gegen glücksspielrechtliche Vorschriften eingeleitet, teilte bwin weiter mit.

Laut Konrad Sveceny, bei bwin für Investor Relations zuständig, laufen die Wettgeschäfte wie gewohnt weiter. "Unser Angebot steht uneingeschränkt - auch in Frankreich - zur Verfügung, wie schon in den vergangenen Tagen", so Sveceny. Was das Angebot für die Kunden betreffe, habe es immer "business as usual" gegeben. Teufelberger und Bodner würden nun zuerst zu ihren Familien fahren.

bwin erwartet Verfahren gegen Frankreich
bwin bleibe seinen Sportsponsoring-Partnern im Wort, und sehe noch immer große Chancen im Markt, so Sveceny weiter. Von Seiten der EU erwartet er sich, dass sich die Kommission die Einschränkungen bei Sportwetten genauer ansehen und gegen Frankreich und andere Länder ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten werde.

Da Teufelberger und Bodner nicht gleichzeitig einvernommen wurden, erfolgte auch die Freilassung im Abstand von knapp einer Stunde. Die beiden Vorstände waren in Monte Carlo wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel festgenommen worden. Vor der geplanten Bekanntgabe einer Partnerschaft mit dem französischen Erstligisten AS Monaco im Zuge einer Pressekonferenz waren die beiden Vorstände "zur Befragung hinsichtlich angeblicher Verletzungen des französischen Glückspielrechts in Gewahrsam genommen" worden.

Kritik von Androsch
bwin-Großaktionär und Aufsichtsrats-Chef Hannes Androsch bezeichnet sich als "Opfer des Interessenkonflikts der Staaten, die die öffentliche Gewalt verwenden, um gegen die Privatinitiative und im Widerspruch zum europäischen Gemeinschaftsrecht lukrative illegitime Monopole zu verteidigen". Die Verhaftung von Bodner und Teufelberger bedauert Androsch als "unproportionierte Maßnahmen gegenüber Personen, die sich spontan zu jeder Vorladung einer französischen Gerichtsbehörde begeben hätten".
(apa/red)