30-Stunden-Rekordstreik wurde beendet: Deutsche Lokführer legten 11.000 Züge lahm

GDL gibt Bahn bis Montag Zeit für neues Angebot Zugreisende müssen weiterhin mit Ausfällen rechnen

30-Stunden-Rekordstreik wurde beendet: Deutsche Lokführer legten 11.000 Züge lahm

Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL hat ihren bisher längsten Streik im Regional- und S-Bahnverkehr beendet. Der Ausstand dauerte 30 Stunden. Bis einschließlich Montag seien dann keine weiteren Streiks geplant, berichtete GDL-Sprecherin Gerda Seibert. "Wir wollen der Bahn Zeit geben, ihr Angebot deutlich nachzubessern", heißt es bei der GDL. Am selben Tag will die Gewerkschaft über weitere Streiks entscheiden.

Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch in Berlin und die GDL in Frankfurt wollen nun eine erste Bilanz des Lokführerstreiks ziehen. Unmittelbar nach Streikende hatte die Bahn noch keinen Überblick über die Behinderungen im Bahnverkehr. Am Donnerstagabend hieß es, bisher seien 11.000 Regionalzüge und S-Bahnen ausgefallen. Diese Zahl werde sich aber noch weiter erhöhen.

Die Bahn war bis Streikende nach einem Ersatzfahrplan gefahren, der eine Halbierung des regulären Angebots bei Regionalzügen und S- Bahnen vorsah. Nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL war die Streikbeteiligung auch nach mehr als 24 Stunden sehr hoch. Durch den Ausstand mussten Pendler und Bahnreisende erneut mit Verspätungen leben.

Auch nach Streikende rechnet die Bahn mit Einschränkungen im Regionalverkehr. Die Züge sollen erst nach und nach wieder nach dem regulären Fahrplan verkehren. Das reguläre Programm könne erst am Samstag wieder gefahren werden.

Bahn weist Ultimatum zurück
Die Deutsche Bahn hat das jüngste Ultimatum der Lokführer-Gewerkschaft scharf zurückwiesen und als durchsichtiges Ablenkungsmanöver bezeichnet. Die Gewerkschaft wolle "nur von ihrem eigenen Durcheinander ablenken", sagte Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch.

Rausch verwies darauf, dass ein Bahn-Angebot auf dem Tisch liege. Es sei die GDL, die seit Monaten jede Verhandlung darüber kategorisch verweigere und sich in ihrer Forderung überhaupt nicht bewege. "Von diesen Nein-Sagern lassen wir uns nicht erpressen", sagte Rausch.

(apa/red)