3. September: Kranich krallt sich die AUA!
Heimische Fluglinie gehört nun zu Lufthansa

Konzern-Chef Mayrhuber setzt letzte Unterschriften EU-Wettbewerbskommission blockiert lange den Kauf<br>Bei der AUA wird bereits harter Sparkurs eingeleitet

3. September: Kranich krallt sich die AUA!
Heimische Fluglinie gehört nun zu Lufthansa © Bild: APA/Techt

Lufthansa und ÖIAG haben die Übernahme der Austrian Airlines (AUA) besiegelt. Lufthansa-Boss Wolfgang Mayrhuber und ÖIAG-Chef Peter Michaelis haben am Flughafen die Übergabe der Aktien symbolisch vollzogen. Damit ist die AUA ab sofort Teil des Lufthansa-Konzerns.

Der Notverkauf der schwer angeschlagenen Austrian Airlines ist damit nach mehr als einem Jahr Verhandlungen doch noch über die Bühne gegangen. EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani gab erst wenige Tage zuvor grünes Licht für den Deal - nachdem die EU-Kommission unter der Federführung von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die Übernahme lange blockiert hatte.

Über zwölf Monate lang wurde der Notverkauf der angeschlagenen Austrian Airlines vorbereitet. Im Frühjahr 2009 bangte Österreich, dass die AUA vorher Pleite gehen könnte. Binnen weniger Monate mussten mehrere Sparpakete geschnürt werden. Im Sommer dieses Jahres stand der Deal auf der Kippe, EU-Kommission und Lufthansa-Führung lieferten einander erbitterte Verhandlungen zu den Auflagen.

"Keine roten Zahlen"
Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Mayrhuber will nach der Übernahme nun, dass die AUA nach der Integration in den Lufthansa-Konzern bereits nächstes Jahr kein Geld mehr verliert. "Wir verbrennen derzeit Geld, wir sind cash-negativ. Wir werden nächstes Jahr cash positiv sein", sagte Mayrhuber nach der symbolischen Übergabe der Aktienmehrheit in Wien. Dann werde die Latte gelegt, so schnell wie möglich wieder operativ positiv zu sein.

Der Turnaround werde dem Unternehmen noch einiges abfordern. "Wir wollen rote Uniformen und keine roten Zahlen", sagte Mayrhuber. Die "Redimensierung" habe bereits begonnen "ohne am Passagier zu sparen". Mayrhuber sprach von einem "Dreiklang: Abbauen, Umbauen, Aufbauen". Bei den Austrian Airlines sollen bis Ende 2010 bis zu 1.500 Stellen wegfallen und die Zahl der Beschäftigten auf 6.000 Stellen zu senken.

Langes Tauziehen
Michaelis bezeichnete den Verkauf als die "komplizierteste Transaktion" der ÖIAG bisher. "Ich bin aber sicher, dass wir für die AUA keinen besseren Partner finden konnten." Die Zukunft werde für die AUA "sicher weitere Einschnitte bringen. Die Unsicherheit der letzten Monate ist aber zu Ende und die Zukunft der AUA ist nachhaltig gesichert."
(apa/red)