3. März: Schließung von 200 Postämtern?
Post will Filialen durch Postpartner ersetzen

Infrastrukturministerin Bures unterbindet Schließung Erfolgreiches Volksbegehren "Stopp den Postraub"

3. März: Schließung von 200 Postämtern?
Post will Filialen durch Postpartner ersetzen © Bild: APA/Jäger

Die Post will 293 Ämter österreichweit zusperren, um gleichzeitig 450 Post-Partnerschaften zu gründen. Die Partner sollen das komplette Angebot einer Postfiliale haben, 3.000 potenzielle Partner (Greißler, Trafiken, Apotheken ...) hat die börsenotierte Post ausgemacht. Die von den Schließungen betroffenen 360 Postler werden in nahegelegenen Ämtern untergebracht, versicherte Filialvorstand Herbert Götz.

VIDEO: Postgewerkschafter Gerhard Fritz im NEWS.at-Interview

Die nun vor der Schließung stehenden Ämter hätten 2008 einen Verlust von 12 Mio. Euro verursacht. Pro Filiale seien jährlich 65.000 Euro an Kosten angefallen. Demgegenüber stünden 15.000 Euro, die ein Postpartner durchschnittlich an Provision erhält, rechnete Götz vor. Und er betonte: "Das neue Konzept bringt mehr Post für Österreich." Allerdings zeigt das Beispiel Osttirol, dass diese Lieferung recht unterschiedlich ausfallen kann. Der BZÖ-Abgeordnete Gerhard Huber kritisierte, dass in Osttirol in den entlegenen Bergtälern zugesperrt werde, während rund um das Ballungszentrum Liezen neue Postpartner entstünden.

Derzeit hat die Post 1.300 Postfilialen und rund 200 Postpartner. In den vergangenen Jahren hätten lediglich sechs Partner zugesperrt, für sie wurden Alternativen gefunden, so Götz. Er räumte ein, dass mit den knapp 300 Schließungen noch nicht alle unrentablen Filialen geschlossen wurden. Ob bald die nächste Zusperr-Welle kommt ließ der teilstaatliche Konzern mit Hinweis auf die Unwägbarkeiten der Wirtschaftskrise offen. Seit 2000 wurden bereits über 900 Ämter zugesperrt.

Bures verhindert Schließung
Als die Schließung der Postämter Anfang Juli ansteht, unterbindet Infrastrukturministerin Doris Bures die Realisierung dieses Vorhabens per Bescheid. Rückenwind bekommt Bures dabei von der Gewerkschaft: Bis August unterzeichnen 141.000 Menschen das von der Christgewerkschaft der Post initiierte Volksbegehren "Stopp den Postraub".

Mit dem Beschluss des neuen Postmarktgesetzes am 18. November sind die Christgewerkschafter indes nicht zufrieden. "In zehn Jahren gibt es keine Postämter mehr", warnte Volksbegehren-Initiator Wiedner. Und ein Blick nach Deutschland zeige, dass künftig selbst die Post-Partner weniger werden, meinte er.

Das Postmarktgesetz schreibt 1.650 Post-Geschäftsstellen fest, wodurch es nach mehreren Schließungswellen zu einer Erhöhung der Zahl der Postfilialen um 150 kommt. Allerdings müssen diese keine Ämter mehr sein, die Dienstleistungen können auch von Nahversorgern, Gemeinden, etc. erbracht werden. Weiters regelt das Gesetz die Zustellung bis in entlegene Gebiete, die weiterhin durch die Post AG erfolgt. Und das Gesetz schreibt fest, dass die Mitarbeiter der Konkurrenz nach einem Kollektivvertrag angestellt werden müssen, der allerdings nicht näher definiert wird. Damit soll Lohndumping verhindert werden.
(apa/red)