3-jähriges Mädchen als Göttin anerkannt: Republik Nepal hält an alten Traditionen fest

Präsident übernimmt die Bestätigung vom König Mädchen bleibt bis zur Pubertät "lebende Gottheit"

3-jähriges Mädchen als Göttin anerkannt: Republik Nepal hält an alten Traditionen fest © Bild: Reuters

Die dreijährige Matine Shakya ist das mächtigste Mädchen von Nepal. Denn der neue Präsident der jungen Republik, Ram Baran Yadav, hat die alte Tradition des gestürzten Königs übernommen und die "lebende Göttin" bestätigt, berichten Regierungsvertreter.

Jahrhundertelang war dies die Aufgabe des Königs gewesen. "In Nepals geänderten politischen Verhältnissen hat Präsident Ram Baran Yadav die Aufgabe übernommen, die Kumari zu bestätigen, da er jetzt das Staatsoberhaupt ist", sagte Hemraj Subedi, ein Mitglied des Auswahlausschusses.

Die dreijährige Matine Shakya war von dem Ausschuss als Nachfolgerin der gegenwärtigen königlichen Kumari Preeti Shakya ausgewählt worden. Diese ist zwölf Jahre alt und nähert sich damit der Pubertät, eine Zeit, ab der sie aus religiöser Sicht als "unrein" gelten wird. Die neue maoistische Regierung Nepals, das im Frühjahr die jahrhundertealte Monarchie abgeschafft hatte, hat sich für eine Beibehaltung der "lebenden Göttin" entschieden.

Alte Traditionen bewahren
"Nur weil wir jetzt eine Republik sind und keinen König oder königlichen Priester mehr haben, heißt das nicht, dass wir unsere Traditionen aufgeben", sagt Keshab Bahadur, der die Regierung im Kumari-Auswahlausschuss vertrat.

Um Kumari ("Jungfrau") zu werden, muss ein Mädchen 32 sehr strenge Kriterien erfüllen. Dazu gehören eine "Brust wie ein Löwe", "Beine wie ein Reh" und das Bestehen diverser Prüfungen wie ein Aufenthalt in einem Raum mit toten Opferbüffeln, während dessen die Kandidatin nicht weinen darf.

Die königliche Kumari gilt als die mächtigste, in drei weiteren Orten des Landes gibt es ebenfalls "lebende Göttinnen". Die Bevölkerung in Nepal hängt vorrangig dem Hinduismus und dem Buddhismus an. Priester beider Religionen bereiteten die Kumari auf ihren Dienstbeginn vor. (apa/red)