27 Prozent weniger Einbürgerungen 2008:
Ein Großteil stammt aus Ex-Jugoslawien

Gesetzesnovelle Grund für drastischen Rückgang Mehr als ein Drittel wurden in Österreich geboren

27 Prozent weniger Einbürgerungen 2008:
Ein Großteil stammt aus Ex-Jugoslawien © Bild: APA/Neumayr

Die Zahl der Einbürgerungen ist im Vorjahr gegenüber 2007 um 26,9 Prozent gesunken. Die stärkste Abnahme verzeichnete laut Statistik Austria Salzburg mit einem Minus von 34,7 Prozent. Rund 6.000 der 10.268 Eingebürgerten stammen aus Ex-Jugoslawien (ohne Slowenien). Mehr als ein Drittel der Eingebürgerten wurde in Österreich geboren, 62 Prozent der Neo-Österreicher sind unter 30 Jahre alt.

Gegenüber dem Jahr 2003 ging die Zahl der Einbürgerungen sogar um mehr als drei Viertel zurück. Noch weniger Einbürgerungen als im Vorjahr gab es zuletzt 1990.

Gesetzesnovelle Grund für Rückgang
Verantwortlich für den Rückgang ist laut Statistik Austria einerseits die im März 2006 in Kraft getretene Novelle zum Staatsbürgerschaftsgesetz, die strengere Voraussetzungen für eine Einbürgerung schuf. Andererseits seien in den vergangenen fünf Jahren - parallel zum Rückgang der Zuwanderung ab dem Jahr 1993 - deutlich weniger Personen nach Paragraf 10 Abs. 1 des Staatsbürgerschaftsgesetzes (mindestens zehnjähriger, ununterbrochener Hauptwohnsitz in Österreich) eingebürgert worden.

Über ein Drittel in Österreich geboren
Rund 1.200 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft nach mehreren Jahren mit österreichischem Wohnsitz aus "besonders berücksichtigungswürdigen Gründen", etwa weil sie asylberechtigt oder nachhaltig integriert waren. Etwa 100 wurden durch "sonstige Gründe", beispielsweise aufgrund "außerordentlicher Leistungen im Staatsinteresse", zu Österreichern. Um 30,6 Prozent zurückgegangen ist die Zahl jener Menschen, die aufgrund einer Ehe mit einem Österreicher Anspruch auf die österreichische Staatsbürgerschaft haben.

Die neuen Staatsbürger stammen insgesamt aus 116 verschiedenen Ländern. Nummer Eins der Herkunftsländer ist mit 2.582 Eingebürgerten Serbien, aus Bosnien und Herzegowina kamen 2.207 Personen, aus der Türkei 1.664 und aus Kroatien 824. Einen rasanten Anstieg gab es bei Einbürgerungen von Menschen aus Afghanistan (106) mit einem Plus von 146,5 Prozent. (apa/red)