26 Tote bei Hochwasser in Osteuropa: Wassermassen in Ukraine und Rumänien

20.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht Zehntausende Häuser stehen noch unter Wasser

26 Tote bei Hochwasser in Osteuropa: Wassermassen in Ukraine und Rumänien © Bild: AP/Markiv

Nach heftigen Überschwemmungen in der Ukraine und Rumänien ist die Opferzahl auf mindestens 26 Menschen gestiegen. In der Ukraine fielen allein 22 Menschen den Fluten zum Opfer, darunter sechs Kinder, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. Fast 20.000 Menschen mussten vor den Überschwemmungen in Sicherheit gebracht werden. Mehr als 40.000 Häuser und 34.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen standen unter Wasser.

Dutzende Orte waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Mehr als 900 Brücken und 680 Kilometer Straßen wurden beschädigt. Die Behörden brachten Trinkwasser und Nahrungsmittel in die betroffenen Regionen im Westen des Landes.

In Rumänien kamen vier Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben, eine Person galt am Montag weiter als vermisst. Fast 12.000 Menschen mussten aus ihren Häusern im Norden und Nordosten des Landes in Sicherheit gebracht werden.

Touristen gerettet
In der Region Maramuresch mussten 200 Touristen, die einen Ausflug mit einer Schmalspurbahn gemacht hatten und durch die plötzlichen Überschwemmungen in den Bergen festsaßen, per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. In der nordwestlichen Maramures Region lief eine Rettungsaktionen für 140 Touristen, die bei einem Ausflug mit einer Schmalspurbahn im Gebirge von der Flut überrascht worden waren. Sie waren in Holzfällerhütten geflohen und sollten im Lauf des Montags per Hubschrauber ausgeflogen werden. Etwa 60 Reisende konnten das Überschwemmungsgebiet zu Fuß zu verlassen.

Rund 4.500 Sicherheitskräfte und Freiwillige waren am Montag im Einsatz, um die Deiche entlang der angeschwollenen Flüsse zu verstärken und die isolierten Dörfer mit Lebensmitteln zu versorgen.

Juschtschenko: "Tragödie"
"Das ist eine Tragödie von nie dagewesenem Ausmaß", teilte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko auf seiner Internetseite mit. Er rief die Bürger, Unternehmen und Organisationen auf, den Bedürftigen zu helfen. In Kiew war eine Sitzung des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung zur Beratung über Hilfsmaßnahmen geplant. Juschtschenko hatte die Regierung mit der Ausarbeitung eines Krisenplans beauftragt. Die Schäden wurden auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt.

Zu dem Hochwasser kam es nach tagelangen Regenfällen und durch Tauwasser aus den Karpaten. Der 1.400 Kilometer lange Fluss Dnjestr hatte sich in einen reißenden Strom verwandelt und war vielerorts über die Ufer getreten. Im Westen der Ukraine wurden durch die Flut der Großteil der Getreidefelder, tausende Kilometer Straße und mehrere hundert Brücken sowie Stromleitungen zerstört.

Betroffen waren nach offiziellen Angaben sieben Gebiete, darunter die Regionen Lwiw (Lemberg) und Tscherniwzi (Czernowitz), mit knapp 200 Ortschaften. Der normalerweise zwischen 150 und 200 Meter breite Fluss entspringt in den Karpaten, zieht sich durch den Westen der Ukraine und das östliche Moldawien und mündet bei Odessa ins Schwarze Meer. Präsident Juschtschenko bezeichnete das Hochwasser eine ökologische Katastrophe für die Region.

(apa/red)