ORF-"Seitenblicke" von

Top 10 der meistinterviewten Promis

Bereits seit 25 Jahren macht die Sendung Österreicher zu heimischen Stars

Dagmar Koller und Alfons Haider beim 13. „Wiener Lifeball“ im Wiener Rathaus © Bild: APA/Newald

"Unverhabert", unaufgeregt und doch mit dem nötigen Augenzwinkern beleuchten und "erschaffen" die ORF-"Seitenblicke" seit mittlerweile 25 Jahren Österreichs Society und die, die gerne dazugehören wollen: Welcher Promi bisher am meisten interviewt wurde und was den großen UInterschied zum internen Konkurrenten "Chili" ausmacht.

Distanz zu halten, ist das Um und Auf für Journalisten und gilt in der Innenpolitik genauso wie in der Society-Berichterstattung, ist ORF-"Seitenblicke"-Chef Alexander Hofer überzeugt. "Daher bin ich auch ein großer Freund des 'Sie', weil es die gewisse Distanz schafft, die in einem kleinen Land wie Österreich wichtig ist." Am 28. September 1987 gingen die "Seitenblicke" erstmals auf ORF 2 auf Sendung - damals noch um 21.50 Uhr. Protagonist der ersten Sendung war der "Allein gegen die Mafia"-TV-Kommissar Michele Placido, der auf den nicht minder legendären langjährigen Kripo-Chef des Flughafens Wien-Schwechat, Alfred "Django" Rupf, traf. Seither wurden mehr als 29.200 Beiträge ausgestrahlt und mehr als 79.400 Personen interviewt.

Top Ten der meistinterviewten Promis

Die Top Ten der meistinterviewten Gäste führt mit Alfons Haider noch immer ein ORF-Promi an, gefolgt von Harald Serafin und Dagmar Koller. Wie verankert die "Seitenblicke" mittlerweile in der österreichischen Gesellschaft sind, zeigt schon die Tatsache, dass der vom ehemaligen ÖVP-Chef Erhard Busek geprägte Begriff "Seitenblickegesellschaft" als Überbegriff für die medienpräsente Gesellschaftsschicht seit 2009 Eingang in den Duden gefunden hat.

"Seitenblicke" widmet sich heute vermehrt jungen Menschen

Während man zu Beginn immer wieder auch Plattform für jene Möchtegern-Prominente war, die bewusst Interviews und Medienpräsenz suchten, um ihre Prominenz zu steigern und so zu "echten" Promis zu werden - Hofer erinnert sich etwa an Richard Lugner -, widmen sich die "Seitenblicke" heute vermehrt jungen Menschen, etwa aus Kunst und Kultur. Diese "neuen Gesichter" sollen in der ORF-Sendung die Möglichkeit bekommen, "ihre Persönlichkeit und ihre menschlichen Seiten mehr zu zeigen, als sie das in ihren Rollen oder ihrer Kunst können", so Hofer.

"Seitenblicke"-Objekt: Produkt des Zufalls

Dass jemand zu einem beliebten "Seitenblicke"-Objekt wird, sei eher ein Produkt des Zufalls, nicht aber der Absicht der Sendungsverantwortlichen zuzuschreiben: "Wenn jemand pointiert formuliert und sich vor der Kamera gut bewegt, ohne exhibitionistisch zu sein, dann ist er auch beim nächsten Mal wieder gern vor der Kamera willkommen."

Einen Lieblingspromi hat Hofer nicht, sei aber "ein großer Freund der Interviews" mit dem ehemaligen Staatsoperndirektor Ioan Holender oder dem Burgtheaterschauspieler Nicholas Ofczarek - "ein feiner Gesprächspartner neben vielen anderen".

Seitenblicke vs. Chili

Dass es die "Seitenblicke" nun schon seit 25 Jahren gibt, während etwa Dominic Heinzls "Chili" um eine Vertragsverlängerung kämpfen muss, erklärt Hofer unter anderem damit, dass man durch das Fehlen eines Anchormans "journalistischer, authentischer und distanzierter" herüberkommen könne. Die beiden Sendungen basierten aber auf völlig unterschiedlichen Konzepten, so Hofer, ein Vergleich daher schwierig.

Durchschnittlich 700.000 Zuseher

Auch wenn "Seitenblicke" mit durchschnittlich 700.000 Zusehern stabile Zuschauerzahlen verzeichnet, wolle man sich darauf nicht ausruhen. Vielmehr sollen schon ab nächstem Wochenende die refreshten "Seitenblicke Weekend" starten, die einen neu gestalteten Wochenrückblick bringen, inklusive den besten Sagern und Pointen der Woche, dem besten Interview und dem imposanteste Fest der Woche. Außerdem gibt es einen ausführlichen Wochenausblick auf das gesellschaftliche Geschehen der kommenden Woche - moderiert von Alexander Hofer.

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