21 Neo-Teamspieler in 30 Spielen: Auch Hickersberger setzt auf Team-Neulinge

"Rekordhalter" Stastny brachte in 49 Spielen 48 Neue PLUS: GRAFIK mit allen Teamchefs & den Debütanten

Zumindest diese Latte hat der Vorgänger von Josef Hickersberger hoch gelegt: Hans Krankl setzte in seinen 31 Spielen als Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft von 2002 bis 2005 gleich 41 Debütanten ein und liegt damit nur relativ knapp hinter dem "Rekordhalter" Leopold Stastny, in dessen Ära 48 Spieler in 49 Partien ihre Team-Premiere feierten.

Im ersten Match seiner zweiten Amtszeit (0:2 in Wien gegen Kanada) brachte "Hicke" in Zlatko Junuzovic zwar nur einen Neuling, am kommenden Dienstag könnte sich die Debütanten-Anzahl aber schlagartig erhöhen, stehen doch in Klaus Salmutter, Christoph Leitgeb, Johannes Ertl, Thomas Prager, Marc Janko und Christian Fuchs gleich sechs Kicker ohne Länderspiel-Erfahrung im Teamkader.

Schon vor 1990 20 Neue eingesetzt
Dass Hickersberger über ein Gespür für neue Stützen der österreichischen Auswahl verfügt, stellte er bereits zwischen 1988 und 1990 unter Beweis. In den 29 Spielen der "Ära Hickersberger I" verhalf der Niederösterreicher 20 Neuen zu einem Auftritt im ÖFB-Team, darunter späteren Schlüsselspielern wie seinem nunmehrigen Assistenten Andi Herzog sowie Heimo Pfeifenberger, Thomas Feiersinger oder Michael Baur.

Herbert Prohaska, mit 51 Länderspielen von 1993 bis 1999 Österreichs Rekord-Teamchef nach dem Zweiten Weltkrieg, kam mit 29 Debütanten (darunter Ivica Vastic, Markus Schopp und Harald Cerny) aus. Sein Nachfolger Otto Baric zauberte von 1999 bis 2001 in 22 Partien 19 Neulinge (u.a. Martin Stranzl) aus dem Hut.

Unerreicht in dieser Bilanz ist Stastny, auf dessen Debütantenliste einige der besten österreichischen Fußballer aller Zeiten aufscheinen. Prohaska, Krankl, Bruno Pezzey, Erich Obermayer, Friedl Koncilia, Kurt Jara oder Willy Kreuz zählten zu jenen 48 Kickern, die vom 1996 verstorbenen Slowaken ihre erste Chance im Nationalteam bekamen.

Ähnlich viele Spieler kann Hickersberger freilich nicht mehr ausprobieren. Rund zwei Jahre vor Beginn der Heim-Europameisterschaft bleibt keine Zeit für allzu große Experimente, der Teamchef muss relativ schnell seinen Stamm für die kontinentalen Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz finden.

(apa/red)