Schwund von

Werden Lebensmittel
bis 2050 knapp?

Neue Studie und UN warnen vor mangelnden Ressourcen

Weizenfeld © Bild: Istockphoto.com/AVTG

Bis 2050 sollen rund 9 Milliarden Menschen die Welt bevölkern, das sind 34 Prozent mehr als heute. Damit steigt auch der Bedarf an Nahrung. Eine aktuelle Studie warnt nun davor, dass die Zukunft der Lebensmittelversorgung sehr ungewiss ist.

Die Unternehmensberatung "PricewaterhouseCoopers" (PwC), die an der aktuellen "Vision 2050"-Studie mitgearbeitet hat, hält für das Jahr 2050 sowohl ein ausreichendes Nahrungsmittelangebot als auch Knappheit und steigende Preise für denkbar - abhängig vor allem davon, wie Regierungen und Industrie auf die Herausforderungen der wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung reagieren.

Um 60 Prozent mehr Nahrung

Auch die überlebenswichtig Ressource Wasser ist laut den Vereinten Nationen in Gefahr: Bereits 2015 warnten die UN, dass die weltweiten Wasserbestände zwar für eine Zahl von rund 9 Milliarden Menschen ausreichen würde, aber die Verschwendung der Ressource und die Auswirkungen des Klimawandels mache Wasser in manchen Regionen zur Mangelware, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berichtete. Setzen die Regierungen keine Maßnahmen, um Getreide, Vieh und Fisch nachhaltig und ressourcenschonend zu produzieren, dann kann eine ausreichende Lebensmittel- und Wasserversorgen - vor allem für Entwicklungsländer - nur schwer garantiert werden, so lautet das Fazit des Berichts.

Laut Statistik der FAO muss bis 2050 rund 60 Prozent mehr Nahrung produziert werden, um die Weltbevölkerung ernähren zu können. Die Landwirtschaft wiederum benötigt enorme Mengen an Wasser, deren Transport Energie verbraucht. Die Landwirtschaft liefert im Gegenzug einen Teil der Energie, wie beispielsweise Biokraftstoffe. Nach Angaben der Unesco steht unser Planet 2030 vor einem Rückgang der Ressource Wasser um 40 Prozent.

Stellt die Bevölkerung in Entwicklungsländern ihre Ernährung auf westliche Gewohnheiten um, müssten die Produktion von Fleisch, Eiern und Milchprodukten stark steigen. Als Rechenbeispiel nennt PwC Indien: Würden die Inder pro Kopf ebenso viele Eier verzehren wie die Deutschen, müssten dann knapp 700 Millionen zusätzliche Legehennen gehalten werden, nur um den Bedarf in dem südasiatischen Land zu decken.

Mögliche Szenarien

Die Unternehmensberater stellen vier Szenarien für die Welternährung auf: Die optimistische Einschätzung geht davon aus, dass trotz wachsender Weltbevölkerung und globaler Erwärmung dank technologischen Fortschritts und genveränderten Saatguts genug Lebensmittel produziert werden können und die Lebensmittelpreise niedrig bleiben. Eine Voraussetzung wäre allerdings, dass die Liberalisierung des Welthandels fortschreitet. Am anderen Ende der Skala steht eine pessimistische Einschätzung: Auch die Technologisierung der Landwirtschaft könnte demnach nicht verhindern, dass die globale Lebensmittelproduktion wegen der globalen Erwärmung sinkt. Die Nahrungsmittelversorgung würde volatil. "Lebensmittel sind teuer und manchmal von schlechter Qualität", nehmen die PwC-Agrarfachleute für diesen Fall an. Die Unsicherheit würde den Protektionismus mit Handelsbeschränkungen und Einfuhrzöllen fördern. Demnach könnte die Lebensmittelversorgung in ärmeren Ländern verstaatlicht werden, in anderen Staaten "in die Hand einiger weniger mächtiger Konglomerate" fallen.

Wie die UN berichtete, soll der Verbrauch von Getreide bis 2050 von 2,1 Milliarden Tonnen auf 3 Milliarden Tonnen steigen. In den Entwicklungsländern müsse sich die Lebensmittelproduktion fast verdoppeln. Gesteigerte Produktion allein, löse das Problem laut UN nicht: Die Regierungen müssten auch effiziente Strategien zur Reduktion der Armut entwickeln. Nur dann könne eine drohende Lebensmittelknappheit verhindert werden.

Kommentare

Richtig. Und wer meint, das Problem durch mehr Nahrung oder "bessere" Nahrungsverteilung lösen zu können, hat den Kern des Problems immer noch nicht erkannt. Vor Allem in Entwicklungsländern werden aus einer Milliarde hungernden Menschen, wenn sie mit ausreichend Nahrung versorgt werden, nicht eine Milliarde satte Menschen, sondern mit der Zeit zwei Milliarden Hungernde.

ist doch logisch. die erde hat nur für 4milliarden menschen genug lebensmittel, sauerstoff, trinkwasser,... deswegen muss bald ein krieg oder seuche oder irgendein naturkatastrophe kommen, was die menscheit dezimiert, weil so kann das nicht weitergehen.

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