2008 war eines der wärmsten Jahre:
Bis zu 1,8 Grad über langjährigem Mittelwert

Fügt sich in Trend der zunehmend wärmeren Jahre Hohe Warte besitzt weltweit einzigartigen Datenschatz

2008 war eines der wärmsten Jahre:
Bis zu 1,8 Grad über langjährigem Mittelwert © Bild: APA/Barbara Gindl

Das abgelaufene Jahr zählt zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete, lag die Durchschnittstemperatur 1,3 bis 1,8 Grad über dem langjährigen Mittel (1901 bis 2000).

"2008 fügt sich gut in den Trend der zunehmend wärmeren und sonnigeren Jahre in Österreich ein - seit den 80er Jahren zeigen die beiden Kurven nach oben", erklärte Klimatologe Reinhard Böhm.

Wärmer und sonnig
In Österreich war es im vorigen Jahr wärmer und sonniger als normal - das zeigt ein Vergleich mit den bis zu 250 Jahre zurückreichenden Daten der ZAMG. Bezogen auf die Mittelwerte des vergangenen Jahrhunderts war es im Südosten mit plus 1,9 Grad über dem Mittel am wärmsten, vergleichsweise "kühl" war es in den Gipfelregionen (plus 1,3 Grad). Weiters wurden regional bis zu zwölf Prozent mehr Sonnenschein registriert. Weitgehend normal waren hingegen die Niederschlagsmengen.

Die Schwankungen können allerdings auch in den kommenden Jahren mitunter groß sein: "Wir werden auch in Zukunft mit dem einen oder anderen sehr kalten Jahr rechnen müssen", so Böhm.

Weltweit einzigartiger Datenschatz
Mit der Datenbank HISTALP besitzt die ZAMG einen weltweit einzigartigen "Datenschatz": Mehr als 500 Zeitreihen an mehr als 200 Orten aus dem Großraum Alpen - von Lyon bis nach Budapest, von Bologna bis Nürnberg - wurden gesammelt, geprüft und aufbereitet. Sie reichen bis zu 250 Jahre zurück und beginnen damit in der früh-bis vorindustriellen Zeit mit geringem Einfluss des Menschen auf das Klima der Erde, in der - nach einer relativ warmen Phase im Hochmittelalter - für mehrere Jahrhunderte die "Kleine Eiszeit" regierte.
(apa/red)