2007 kann kommen: 57% der Österreicher blicken neuem Jahr 'mit Zuversicht' entgegen

Gute Vorsätze: Gesundheit steht an der Spitze Kampusch-Flucht war das prägende Medienereignis

Der Optimismus der Österreicher ist zuletzt weiter gewachsen. 57 Prozent blicken dem kommenden Jahr "mit Zuversicht" entgegen. Das ist das diesjährige Ergebnis der traditionellen, seit 1972 durchgeführten "Silvesterumfrage" des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. Es bedeutet die beste Silvesterstimmung seit dem Ende der achtziger Jahre.

Die Meinungsforscher befragten heuer gegen Jahresende insgesamt 1.718 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählte Personen. Dabei erklärten 57 Prozent, sie würden 2007 mit Zuversicht entgegensehen. Der Anteil der Optimisten war nur 1989 mit 62 Prozent noch größer als heuer. 22 Prozent äußerten diesmal Skepsis, 15 Prozent sogar Sorge. Sechs Prozent waren unentschieden.

Besonders unbeschwert ist die Stimmungslage derzeit bei den Jungen, bei Personen mit hoher Bildung, leitenden Angestellten und Beamten sowie bei Selbstständigen. Vergleichsweise am gedrücktesten ist laut IMAS das Empfinden der einfachen, ungelernten Arbeiter, die wegen ihrer Qualifikation naturgemäß am meisten um ihre berufliche Existenz bangen müssten. Von ihnen gaben 50 Prozent bei der Umfrage an, dass sie das neue Jahr mit sehr gemischten Gefühlen erwarten.

Zur gleichen Zeit des Vorjahres betrug der Anteil der Optimisten noch 50 Prozent, der Skeptiker 25 Prozent, jener mit Sorge 20 Prozent, fünf Prozent waren unentschieden. Die Stimmung der Österreicher erlebte in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals ein Auf und Ab. Der jüngste Trend zu einem positiven Klima setzte nach einem Tiefpunkt im Dezember 2003 ein.

Gute Vorsätze: Geundheit voran
Auch das Klagenfurter Humaninstituts führte eine Umfrage zum Optimismus der Österreich durch. Das Humaninstitut hat österreichweit 730 Personen über deren Einschätzung des abgelaufenen Jahres und die Pläne für das Neue Jahr befragt. Die Stimmung für 2007 ist mehrheitlich positiv: 43 Prozent glauben, dass es "ein gutes Jahr" wird. 23 Prozent rechnen mit keinen Änderungen, 15 Prozent sind unsicher und 19 Prozent meinen: "Ich lasse mich überraschen."

Bei den guten Vorsätzen gaben 82 Prozent an, künftig gesünder leben zu wollen. Konkret betrifft dieser Vorsatz das Rauchen, eine Änderung des Essverhaltens und mehr Fitness im Alltag. Auch die Beziehungsqualität - sowohl privat als auch beruflich - liegt hoch im Kurs und an zweiter Stelle der Top-Zehn-Liste der guten Vorsätze. 80 Prozent der Österreicher möchten sie verbessern.

Auf den Plätzen drei und vier folgen die Persönlichkeitsbildung sowie die Verbesserung der beruflichen Chancen. Am Ende der Skala liegt die Mobilität. Lediglich 55 Prozent wollen 2007 unnotwendige Fahrten überdenken. Auch die technische Innovation steht nicht an der Spitze der Vorhaben für 2007. 58 Prozent wollen die technische Infrastruktur optimieren, das ist Platz neun der Top 10.

In der Umfrage gaben sich die Österreicher betont traditionsbewusst. Nur 36 Prozent der Befragten setzen auf Zukunftstrends, 47 Prozent hingegen vertrauen bewährten Traditionen. 17 Prozent beziehen beide Varianten in ihre Zukunftsgestaltung ein.

Umfrage: Singles erwarten sich zu Silvester Liebe
Mehr als die Hälfte der österreichischen Singles erwarten sich von der letzten Nacht des Jahres vor allem eines: Liebe. Das ergab eine Umfrage unter 356 österreichischen, 466 Schweizer und 1998 deutschen Mitgliedern der Online-Partneragentur Parship. Auch in den Nachbarländern sind die Erwartungen an die Silvesternacht hoch.

26 Prozent erwarten sich laut der Umfrage Flirts, auf ein Date mit der neuen Internetbekanntschaft freuen sich 14 Prozent. Immerhin zwölf Prozent hoffen, in der Silvesternacht ihre große Liebe zu finden. Weitere 36 Prozent der österreichischen Singles wünschen sich vor allem Spaß mit der Familie oder mit Freunden. Nur zwölf Prozent gaben an, zu Silvester ihre Ruhe haben zu wollen.

Kampusch-Flucht war das Medienereignis
Der Fall Natascha Kampusch war für 92 Prozent der Befragten das prägende mediale Ereignis des Jahres 2006. Die junge Frau verdrängte damit die Fußball-WM auf Platz zwei, die 82 Prozent besonders in Erinnerung geblieben ist. Auch der Schüler-Amok in Emsdetten mit 81 Prozent und der Papstbesuch in Deutschland mit 79 Prozent waren Ereignisse, die den Österreichern im Gedächtnis blieben.

Der Gerichtsprozess gegen Saddam Hussein (75 Prozent) und der Atomstreit mit den Iran (72 Prozent) lagen noch vor der Nationalratswahl im eigenen Land, die 67 Prozent der Befragten als prägendes Medienbild bezeichneten. (apa/red)