200 Mio. Menschen nehmen Rauschgift: UNO will Nachfrage nach Drogen reduzieren

Bei 25 Mio. Drogenkonsumenten besteht Gefahr Opium-Produktion erreichte 2006 neuen Höhepunkt

Vorbeugung und Hilfe für Süchtige sind nach Ansicht der UNO die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den weltweiten Drogenhandel. Die größte Herausforderung bei der Drogenkontrolle sei es, die Nachfrage zu reduzieren, erklärte UN-Generalsekretär Ban aus Anlass der Veröffentlichung des Weltdrogenberichts 2007.

"Wenn die Nachfrage sinkt, verringert sich auch das Angebot. Dadurch gäbe es weniger Anreize für Kriminelle, mit Drogen zu handeln." Gleichzeitig müsse die internationale Gemeinschaft den Produzenten illegaler Anbaupflanzen helfen, "zulässige, existenzfähige Alternativen" zur Existenzsicherung zu finden.

Rund 200 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren nehmen Drogen, das sind 4,8 Prozent der Weltbevölkerung, wie aus dem vom "Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrechen" (UNODC) erstellten Weltdrogenbericht hervorgeht. Bei 25 Millionen Drogenkonsumenten habe der Konsum ein "problematisches Stadium" erreicht, sagte UNODC-Chef Costa.

Bei Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetaminen sei mit Blick auf Produktion, Schmuggel und Konsum insgesamt eine "Stabilisierung" zu verzeichnen, sagte Costa. Die Anbauflächen für die Koka-Pflanze, aus der Kokain gewonnen wird, seien von 2000 bis 2006 um 29 Prozent zurückgegangen. Im größten Koka-Produktionsland Kolumbien, ging die Fläche sogar um 52 Prozent zurück. Wegen verfeinerter Produktionsmethoden blieb aber die Menge des hergestellten Kokains annähernd gleich, 984 Tonnen wurden 2006 produziert. Mit rund 160 Millionen Konsumenten weltweit ist Cannabis immer noch die am weitesten verbreitete Droge.

Die Opium-Produktion erreichte im vergangenen Jahr mit 6.610 Tonnen einen neuen Rekordwert. Dies ist dem Bericht zufolge vor allem auf Afghanistan zurückzuführen, wo im vergangenen Jahr 50 Prozent mehr Opium hergestellt wurde als im Vorjahr.

(apa/red)