20 Jahre Haft für Mord an Sekowitsch:
Tschetschene erstach Ex-Boxweltmeister

Geschworenen stimmten mit 7:1 gegen Angeklagten Berufung eingelegt: Urteil ist nicht rechtskräftig

20 Jahre Haft für Mord an Sekowitsch:
Tschetschene erstach Ex-Boxweltmeister

Bei der Strafbemessung waren "gewisse psychische Probleme" des Mannes mildernd, wie die vorsitzende Richterin Patrizia Kobinger-Böhm erläuterte. Gerichtspsychiater Heinrich Pfolz bescheinigte dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung, zum Tatzeitpunkt wäre er allerdings zurechnungsfähig gewesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Lennart Binder meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab.

Gerichtspsychiater: Reue fehlt
Der Tschetschene soll den 50-jährigen Sekowitsch vor dessen Lokal "Champ's Pub" in Wien-Wieden erstochen haben. "Er hat ein relativ hohes bis sehr hohes Aggressionspotenzial. In Bezug auf die ihm vorgeworfene Tat fehlt jede Form von Reue. Es liegt eine erhöhte Gefährlichkeit vor", so Pfolz.

Eine Zeugin hatte zuvor ausgesagt, der Tschetschene habe sich anderen Lokalgästen gegenüber von Anfang an "recht aggressiv" verhalten. "Er war verrückt", hielt sie fest. Laut Anklage kam es zwischen Sekowitsch und dem Mann zu einer Auseinandersetzung, als jener gegen 5.30 Uhr sein Lokal schließen wollte. Sekowitsch wies den Tschetschenen schließlich aus dem Pub. Auf der Straße stach der 27-Jährige dann mit einem Klappmesser fünfmal auf den 50 Jahre alten Ex-Boxer ein. Ein Stich ging direkt ins Herz. Sekowitsch, der sich während seiner Laufbahn den Beinamen "Stier von Serbien" erworben hatte, verblutete am Gehsteig.

(apa/red)